So., 02.06.2019

Bielefelder CDU-Europapolitiker sorgt mit wütendem Auftritt für Spott – auch Macron angegriffen Wie cool ist die CDU?: Elmar Brok platzt bei der »heute show« der Kragen

»heute show«-Reporter Fabian Köster (links) im Interview mit CDU-Politiker Elmar Brok.

»heute show«-Reporter Fabian Köster (links) im Interview mit CDU-Politiker Elmar Brok. Foto: Screenshot Youtube

Bielefeld/Mainz (WB/fs/dpa). Den kritischen Fragen der Journalisten der ZDF-Satiresendung »heute show« gehen Politiker bekanntermaßen gerne aus dem Weg. Der Bielefelder CDU-Europapolitiker  Elmar Brok hat sich dennoch den Fragen von Comedian Fabian Köster bei der CDU-Europawahlparty gestellt. Und ist dabei mit diesem ganz schön aneinander geraten.

In einer Umfrage sowohl unter CDU-Mitgliedern als auch unter Jungwählern wollte Köster wissen, wie »cool« die Partei bei jungen Leuten ankommt und warum die Partei bei der jüngsten  Europawahl deutlich weniger Stimmen als gewohnt erhalten hat. Brok erklärt in dem unter anderem auf Facebook gezeigten Video zunächst, dass die CDU trotz Stimmeneinbußen immer noch stärkste Partei geworden sei. Dennoch gebe es »manche Mängel« in der eigenen Partei, die Brok auch unterstreichen würde.

Auf die Frage nach dem Klimawandel und auch in Bezug auf das millionenfach geklickte Video des  Youtubers Rezo ist Elmar Brok dagegen gar nicht gut zu sprechen. Das Video hatte in den vergangenen Wochen für Schlagzeilen gesorgt. In diesem fast einstündigen Video kritisiert Rezo unter anderem den politischen Führungsstil und das Parteiprogramm der CDU scharf. Brok erklärt deshalb, dass seine Partei – anders als von Rezo behauptet – »erhebliche Anstrengungen gegen den Klimawandel unternommen« habe. Dass Comedian Fabian Köster auf diese Aussage mit einem hämischen Lachen antwortet, lässt Brok dann tatsächlich vor laufenden Kameras den Kragen platzen.

»Lachen Sie nicht so dusselig«, kontert Brok mit erhobenem Zeigefinger. Dass die CDU in den vergangenen Jahren gar nichts für den Klimaschutz getan habe, sei »schlicht dumm«, erklärt Brok deutlich verärgert. »Warum machen Sie dann nicht noch mehr«, will Köster daraufhin wissen. »Wir machen mehr und haben mehr als alle anderen gemacht in der Welt«, kontert Brok. »Wir machen große Fortschritte und gleichzeitig wollen wir auch, dass der Arbeitsplatz Ihres Vaters erhalten bleibt, herzlichen Dank«, sagt Brok. Köster antwortet: »Mein Vater ist Lehrer.« »Deswegen verstehe ich auch Ihre Argumentation. Es kommt ja auch der Strom aus der Steckdose«, erwidert Brok und bricht das Interview ab.

»Vielleicht doch ganz gut, dass Elmar Brok nicht mehr im EU-Parlament ist«, beendet Fabian Köster letztlich das Interview.

»Der Fürst aus dem Elysée«

Brok sorgt aber nicht nur mit dem Interview der »heute show« für Aufsehen, sondern auch mit einer Aussage über den französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Elmar Brok wirft diesem im Machtkampf um die Nominierung eines neuen EU-Kommissionspräsidenten undemokratisches Handeln vor, wie die Deutsche-Presse-Agentur am Sonntag mitteilte.

»Wir werden nicht zulassen, dass Macron den Spitzenkandidaten-Prozess kaputt macht. Der Fürst aus dem Elysée will zurück ins Hinterzimmer - das kommt nicht infrage«, sagte Brok der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«.

Macron hatte darauf gepocht, dass für den Posten des EU-Kommissionschefs nicht nur die Europawahl-Spitzenkandidaten der Parteienfamilien in Betracht kommen, sondern dass die Staats- und Regierungschefs frei wählen können.

Das Europaparlament will hingegen nur einen der Spitzenkandidaten zum EU-Kommissionspräsidenten wählen. Doch das Vorschlagsrecht liegt beim Rat der EU-Staats- und Regierungschefs, der die Ergebnisse der Europawahl nur »berücksichtigen« muss. Letztlich braucht ein erfolgreicher Kandidat Mehrheiten in beiden Institutionen.

Kommentare

@ Terence Hill:Auch mein Eindruck

Den Eindruck von Terence Hill hatten wir auch mit mehreren Zuschauern, Herr B. hatte anscheinend auch ein Rotweinglas in der Hand...

B'soffene G'schicht?

Der war doch ganz offensichtlich nicht mehr nüchtern. Peinlich...

2 Kommentare

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