Mi., 05.06.2019

Verkaufsoffener Sonntag: Bei Blitzumfrage geben Händler mehrheitlich schlechte Noten Sonntagsshopping: Ernüchterung in der Altstadt

Viel Betrieb auf der Obernstraße beim Leinewebermarkt, aber die Läden profitierten wenig vom offenen Sonntag.

Viel Betrieb auf der Obernstraße beim Leinewebermarkt, aber die Läden profitierten wenig vom offenen Sonntag. Foto: Pierel

Bielefeld (WB/bp). Für die Werbegemeinschaft City rund um die Bahnhofstraße gab es bereits am Leinewebermarkt-Sonntag keinen Zweifel daran, dass das Sonntagsshopping funktioniert hat. Auch im nächsten Jahr, wünschten es sich Johannes Göke und Michael Latz vom Vorstand, soll es wieder offene Geschäfte am Leinewebersonntag geben.

In der Altstadt dagegen gab es eher Ernüchterung. Deshalb initiierte der Vorstand der Kaufmannschaft kurzfristig eine Blitzumfrage zum ersten verkaufsoffenen Leineweber-Sonntag. Das Ergebnis: Nur zwei von 45 Geschäftsinhabern, die sich beteiligt haben, zogen eine positive Bilanz und vergaben die Note »Sehr gut«.

Fünf Einzelhändler bezeichneten den Geschäftsverlauf während der fünf sonntäglichen Öffnungsstunden als »normal«, die überwiegende Mehrheit von 25 als »schlecht«. 13 hatten ihr Geschäft gar nicht erst geöffnet.

Bereits im Vorfeld hatte es Zweifel daran gegeben, ob Besucher des Leinewebermarktes in der Altstadt nicht nur den Festtrubel genießen, sondern auch shoppen wollen. Henner Zimmat als Vorsitzender der Kaufmannschaft hatte aber gehofft, dass sich alle Geschäfte beteiligen, um überhaupt herauszufinden, ob sich die Ladenöffnungen lohnen, während vor der Tür Partystimmung herrscht, Verkaufsbuden, Bühnen und Fahrgeschäfte vor den Schaufenstern stehen.

Handelsverband sieht Beteiligung am Sonntagsshopping positiv

Die Sonntagsöffnung zum Leinewebermarkt war allerdings die einzig rechtlich mögliche neben dem dritten Adventssonntag, nachdem das Sonntagsshopping im Oktober (»Flirt mit dem Herbst«) als nicht mehr genehmigungsfähig galt. Johannes Göke sagt, für die Bahnhofstraße sei er davon überzeugt gewesen, dass der Umsatz stimmen würde: »Warum soll ein solches Sonntagsshopping zu Leineweber nicht funktionieren, zu Libori in Paderborn aber ein Erfolg sein?«

Thomas Kunz, Hauptgeschäftsführer des Handelsverband, sagt, er sei »positiv überrascht« gewesen von der hohen Beteiligung der Altstadt-Einzelhändler beim Leineweber-Shopping. Ob es sich unterm Strich auch gelohnt habe, die Geschäfte zu öffnen, könne nur jeder einzelne Händler selbst beurteilen.

Welche Schlüsse die Kaufmannschaft Altstadt aus den Ergebnissen der Blitzumfrage zieht, ist offen.

 

Ein Kommentar von Burgit Hörttrich zum Thema

Nur Versuch macht klug. Was sich am dritten Adventssonntag idealtypisch ergänzt – Einkaufen und Weihnachtsmarktbummel – passt nicht für Leinewebermarkt und Sonntagsshopping. Zumindest nicht in der Altstadt. Und erst recht nicht bei 30 Grad. Wer eigentlich Musikern zuhören, mit Riesenrad, Autoscooter & Co. fahren möchte, der kauft allenfalls spontan etwas ein. Wer in der Altstadt shoppt, möchte die typische Altstadt-Atmosphäre, keinen Rummel. Die Bahnhofstraße dagegen hat vom Stadtfest profitiert – und es gab keine Buden vor der Ladentür.

 

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