Fr., 07.06.2019

Früherer Bethel-Chef Johannes Busch im Alter von 86 Jahren gestorben Ein Mann der leisen Töne

125 Jahre Bethel 1992 in der Stadthalle: Pastor Johannes Busch (rechts) begrüßte zur Feierstunde auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Johannes Rau. Busch starb jetzt an seinem Wohnort Mühlheim im Alter von 86 Jahren.

125 Jahre Bethel 1992 in der Stadthalle: Pastor Johannes Busch (rechts) begrüßte zur Feierstunde auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Johannes Rau. Busch starb jetzt an seinem Wohnort Mühlheim im Alter von 86 Jahren. Foto: WESTFALEN-BLATT

Bielefeld (WB). Pastor Johannes Busch, langjähriger Leiter der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, ist am vergangenen Mittwoch im Alter von 86 Jahren gestorben. Er stand von 1980 bis zu seinem Ruhestand 1994 an der Spitze Bethels.

Zuvor hatte Busch bereits zehn Jahre lang die Westfälische Diakonenanstalt Nazareth in Bethel geführt. Zu den Schwerpunkten seiner verantwortlichen Tätigkeit im Vorstand von Bethel gehörte die Neuorganisation der Leitungsstrukturen, die Einführung einer Ethik-Kommission und die Wiederannäherung mit der damaligen Hoffnungstaler Anstalt Lobetal bei Berlin nach der Wiedervereinigung.

Mit seinem Wirken in Bethel ist untrennbar auch die Übernahme der historischen Verantwortung für Themen der Bethel-Geschichte und ihre Aufarbeitung verbunden. Sowohl bei den betreuten Menschen als auch bei den Mitarbeitern in Bethel wurde Pastor Johannes Busch sehr geschätzt als ein Mann der leisen Töne, als einfühlsamer Seelsorger und als an christlicher Ethik orientierter Entscheider. Aus tiefem Glauben heraus verstand er seinen Dienst in Bethel als besonders verantwortungsvolle Aufgabe. So mahnte Busch stets bei allen Fragen, auch die Belange der einzelnen Menschen zu sehen, heißt es in dem Nachruf der Stiftungen.

»Eines der schönsten Ämter, die man als Pastor in der Kirche wahrnehmen kann – eine anstrengende Zeit, nicht ohne Konflikte. Ich sehe mit Dankbarkeit auf diese Jahre zurück«, hatte Busch bei seiner Verabschiedung aus Bethel 1994 gesagt. Wie diese Zeitung anlässlich seines 70. Geburtstages schrieb, berauschte sich Johannes Busch nie an der Größe der Zahlen, dafür sah er die Schicksale der ihm anvertrauten Menschen um so schärfer: Ihnen ging er nach, und die Menschen fanden, trotz großer Arbeitsbelastung, immer eine offene Tür bei ihm.

Busch stammte aus Pfarrerfamilie

Zu Buschs Nachfolger an der Spitze Bethels wurde vor 25 Jahren Friedrich Schophaus gewählt. Ihm wiederum folgte schließlich Pastor Ulrich Pohl, der bis heute Vorstandsvorsitzender ist.

Johannes Busch wurde 1932 in Witten geboren und stammt aus einer Pfarrerfamilie. Nach dem Studium der Theologie in Wuppertal, Tübingen, Basel und Münster wurde er Vikar in Lippstadt und arbeitete im Volksmissionarischen Amt der Ev. Kirche von Westfalen in Witten. 1960 übernahm er eine Pfarrstelle in Dortmund und wechselte 1969 nach Bethel. Mit dem Beginn des Ruhestands 1994 zog er mit seiner Frau Elisabeth von Bethel nach Mühlheim. Und blieb gewohnt bescheiden: Er nahm lediglich das kleine Kronenkreuz mit – ein Dankzeichen, das alle Mitarbeiter erhalten, die 25 Jahre in der Diakonie tätig waren.

Pastor Johannes Busch, der am 17. Juli 87 Jahre alt geworden wäre, starb an seinem Heimatort Mülheim a. d. Ruhr nach kurzer schwerer Krankheit. Johannes Busch hinterlässt seine Ehefrau und sechs Kinder mit Schwiegerkindern sowie zwölf Enkelkinder.

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