Sa., 08.06.2019

Mehr als 3000 Menschen feiern den Christopher-Street-Day - mit Video Bielefeld im Zeichen des Regenbogens

Gut gelaunt für Gleichberechtigung von Schwulen, Lesben, Inter-, Trans- und Bisexuellen (von links): Janne, Markus, Oliver, Melissa, Diana, Ronja, Emelie und Max.

Gut gelaunt für Gleichberechtigung von Schwulen, Lesben, Inter-, Trans- und Bisexuellen (von links): Janne, Markus, Oliver, Melissa, Diana, Ronja, Emelie und Max. Foto: Kerstin Sewöster

Von Kerstin Sewöster

Bielefeld (WB). »Vor allen Dingen sind wir alle Menschen«, fasste Janne das Lebensgefühl zusammen, das am Samstag mehr als 3000 Menschen mit ihr teilten. Die junge Frau war mit Freundinnen aus Minden angereist, um auf dem Rathausplatz den Christopher-Street-Day zu feiern.

Partystimmung herrschte schon bevor Oberbürgermeister Pit Clausen die Regenbogenfahne vor dem Alten Rathaus hisste und den 25. Christopher-Street-Day eröffnete. Er erinnerte an ein weiteres Jubiläum: Vor 50 Jahren hätten »Drag Queens mit ihren Pumps Polizisten verprügelt«. Dieses Aufbegehren in der Gay-Bar »Stonewall Inn« an der Christopher Street in New York war der Anfang einer Bewegung, die bis heute die Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben fordert, ebenso von Inter-, Trans- und Bisexuellen.

Trommeln und Tanzeinlagen

Und am Ende ist man laut Pit Clausen noch lange nicht. Es gebe wieder Ressentiments gegen Menschen mit einer anderen als einer heterosexuellen Ausrichtung. Deshalb sei der Christopher-Street-Day nicht nur eine Party, sondern vor allem auch ein Statement.

Unterstützt wurde der Oberbürgermeister von Julischka, besser bekannt als der Moderator Oliver W. Schulte. Mit blonder Zopf-Perücke und im Trachtenkleid meinte Schulte, dass » insbesondere rechtskonservative Kreise sexuelle und geschlechtliche Vielfalt als »Genderwahn« und die Aufklärung in Schulen zu diesem Thema als »Frühsexualisierung« verunglimpften«.

 

Dann setzte sich der laute und fröhliche Zug in Bewegung. Mit Trommeln und Tanzeinlagen, lauter Musik aus den Lautsprechern und in teils schrillen Kostümen oder eingehüllt in Regenbogenfahnen zeigten die Teilnehmer Präsenz in der Bielefelder City. »Der Hintergrund ist ernst, aber wir feiern ihn«, meinte dazu auch Max, die extra aus dem Sauerland angereist war.

Informationsstände

Viele junge Menschen nahmen an dem Umzug teil, der erstmals in der Geschichte des CSD Bielefeld nicht auf dem Siegfriedplatz endete. Es sei für Jugendliche selbstverständlicher gewordene, eine andere Sexualität zu akzeptieren, bei anderen, oder eben auch bei sich selbst, weiß Almuth Duensing von Pro Familia Gütersloh. Das erfahren die Berater auch regelmäßig bei Gesprächen in den Schulen.

Pro Familie war nur einer von vielen Informationsständen beim CSD. Für Jacky, Lana, Jana und Britta von Amnesty International war die Party eine gute Gelegenheit um darauf hinweisen, dass Homosexuelle andernorts immer noch verfolgt werden, in Brunai zum Beispiel schwulen Männern Steinigung droht und in China Transsexuelle als krank gelten. »Wir wollen aber auch feiern, wie weit wir hier schon gekommen sind«, meinte Jana.

Nachdem Umzug durch die Bielefelder City wurde auf dem Rathausplatz gefeiert – mit viel Livemusik und Showprogramm.

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