Do., 13.06.2019

Bielefelder Krankenschwester assistiert im Kongo »Wie in einer anderen Welt«

Von Lina Hansmeier

Bielefeld (WB). Das Erste, was Klaudia Nussbaumer (62) auffiel, nachdem sie die langwierigen Kontrollen am Flughafen von Kinshasa hinter sich gebracht hatte, war die tropische Hitze. Rund 30 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von über 80 Prozent empfingen sie und ihre Kollegen in der Demokratischen Republik Kongo.

Gemeinsam mit fünf Ärzten, Pflegern und Technikern aus Deutschland unterstützte die pensionierte Krankenschwester die medizinische Versorgung von kongolesischen Kindern im Uniklinikum von Kikwit. Zwischen dem 18. und dem 26. Mai konnten dort 332 junge Patienten untersucht und operiert werden.

Obwohl sie schon an ähnlichen Einsätzen in Burkina Faso und im Jemen teilgenommen hatte, seien die Zustände in dem kongolesischen Krankenhaus für Klaudia Nussbaumer zutiefst schockierend gewesen. »In der gesamten Klinik gibt es weder Strom noch fließend Wasser, dafür aber jede Menge Ratten. Das Lager ist eine einsturzgefährdete Ruine, alles ist schmutzig und von Rost überzogen. Für uns Europäer sind solche Zustände wirklich nicht vorstellbar. Es war wie in einer anderen Welt«, berichtet die 62-Jährige fassungslos.

Nächster Einsatz in Sierra Leone geplant

Mehr als zehn Stunden habe das Team unter der Leitung von Doktor Theopylaktos Emmanouilidis (80) jeden Tag im Krankenhaus verbracht. Neben kleineren Untersuchungen konnten auch komplizierte Operationen wie etwa eine Milzentfernung erfolgreich durchgeführt werden. Alles jedoch unter »extrem erschwerten Bedingungen«.

Während ihres Aufenthaltes in Kikwit wohnten Nussbaumer und ihre Kollegen in einem Steinhaus des »Hammer Forums«. Dort habe sie sich immer sicher gefühlt, auf der Straße seien Armut und Korruption laut der Krankenschwester aber deutlich sichtbar gewesen. »Alles dreht sich um’s Geld, sei es am Flughafen, im Bus oder auf dem Markt. Besonders als Frau sollte man gut auf sich aufpassen und am Besten nicht ohne Begleitung unterwegs sein«, rät Nussbaumer. Trotzdem habe sie die Kongolesen als freundliches und offenes Volk kennen gelernt.

Ihren nächsten Einsatz plant die Rentnerin bereits. Im September soll es auf eine Evaluationsreise nach Sierra Leone gehen.

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