Do., 13.06.2019

Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten fordert sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt Mitarbeiter bei Dr. Oetker streiken

209 Mitarbeiter von Dr. Oetker streiken für mehr Lohn und Gehalt.

209 Mitarbeiter von Dr. Oetker streiken für mehr Lohn und Gehalt. Foto: Volker Zeiger

Bielefeld (WB). Mitarbeiter der Dr. Oetker-Werke in Bielefeld und Oerlinghausen haben am Donnerstag gestreikt. 209 Teilnehmer aus der Frühschicht beteiligen sich in Bielefeld an dem Warnstreik.

Zur Arbeitsniederlegung hatte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) aufgerufen, um den laufenden Tarifverhandlungen »mehr Druck zu verleihen«, wie Verhandlungsführer Mohamed Boudih sagte. Gefordert werden sechs Prozent mehr Lohn. Oetker setzt, wie aus dem Konzern verlautete, auf einen Kompromiss, der bei der nächsten Verhandlung gefunden werden solle.

Nach zwei Verhandlungsrunden habe die Arbeitgeberseite vorgeschlagen, die Entgelte von April an rückwirkend um 2,2 Prozent zu erhöhen und vom April 2020 an nochmals zwei Prozent mehr Lohn zu zahlen, wies Boudih hin. »Das reicht gerade aus, um die gestiegenen Lebenshaltungskosten zu decken«. Die Arbeitnehmer seien zu recht über das vergangene Angebot des Konzerns empört.

Das zeigten Mitarbeiter in einem eindrucksvollen Demonstrationszug, der am Morgen auf eine Brücke gegenüber des Unternehmensstandorts, über Straßen rund um den Oetker-Hauptsitz führte und vor das Verwaltungsgebäude führte. Hier erneuerte Gewerkschafter Boudih die Forderungen im Namen der Streikenden aus der Frühschicht - nach Angaben von Oetker waren es »rund 150 Mitarbeiter«. Es gehe nicht an, dass ein so großes Unternehmen, das »Rekordumsätze« erwirtschaftet habe, solche mageren Angebote unterbreite. Neueste Zahlen aus dem Konzern belegten für 2018 einen Umsatz von mehr als drei Milliarden Euro. Das Wachstum habe 2018 bei 5,2 Prozent gelegen. Laut Oetker entwickle sich das Jahr 2019 auch positiv - das WESTFALEN-BLATT berichtete.

Tarifverhandlungen seit Anfang April

Oetker-Sprecher Dr. Jörg Schillinger teilte auf Anfrage mit, die NGG sei mit einer Sechs-Prozent-Forderung für zwölf Monate in die Verhandlungen gestartet. »Die NGG ist uns in den zwei Verhandlungsrunden nicht mit einem konstruktiven Angebot entgegengekommen, während wir unser Einstiegsangebot der ersten Runde (2 Prozent) in der zweiten Runde nach oben angepasst haben (2,2 Prozent).« Die Oetker-Geschäftsleitung werde gleichwohl an weiteren Verhandlungen teilnehmen, um einen Kompromiss zu finden, der alle Interessen angemessen berücksichtige.

Die letzte Lohnerhöhung erfolgte zum 1. April 2018 mit 2,5 Prozent mehr Geld. Gut 1700 tarifgebundene Mitarbeiter profitierten davon. Bisher wurden »keinerlei tarifvertragliche oder sonstige Zuwendungen gestrichen«, erklärte der Konzernsprecher.

10 Uhr legten die Mitarbeiter ihre Arbeit nieder. Der Protestmarsch führt über die Artur-Ladebeck-Straße bis zur OWD-Brücke und zurück zum Werk an der Friedrich-List-Straße.

Seit Anfang April laufen die Tarifverhandlungen, die nach zwei Gesprächsrunden ohne Ergebnis vertagt wurden. Die NGG fordert sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt; der Arbeitgeber hatte 2,2 Prozent ab dem 1. April 2019 und 2 Prozent ab dem 1. April 2020 angeboten. Die Gespräche werden am 24. Juni fortgesetzt.

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