Fr., 14.06.2019

Freistellung wegen des Verdachts der Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung Evangelische Kirche kündigt Angestellten

Das Foto zeigt das Evangelische Landeskirchenamt in Bielefeld.

Das Foto zeigt das Evangelische Landeskirchenamt in Bielefeld. Foto: Thomas F. Starke

Von Florian Weyand

Bielefeld (WB). Die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) trennt sich von einem Angestellten. Er war bereits am 22. Mai wegen der Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung mit sofortiger Wirkung bis auf Weiteres von seiner Arbeit freigestellt worden, wie Andreas Duderstedt, der Pressesprecher der Evengelischen Kirche von Westfalen, mitteilt.

In welcher Funktion und in welcher Stadt der Angestellte für die Kirche tätig gewesen ist, möchte Duderstedt auf Nachfrage nicht sagen. »Über die Pressemitteilung hinaus wird es keine weiteren Auskünfte geben«, sagt er dem WESTFALEN-BLATT.

Was genau dem Angestellten vorgeworfen wird, teilt die Evangelische Kirche ebenfalls nicht mit. Man gehe aber davon aus, dass es keine körperlichen Übergriffe gegeben habe. »Ob die Schwelle zu strafbaren Handlungen überschritten wurde, wird auf Anzeige der Evangelischen Kirche von Westfalen hin von der Staatsanwaltschaft geprüft«, heißt des in der Pressemitteilung.

Evangelische Kirche kündigte im März 2019 bereits einen Pfarrer

Bereits im März 2019 hatte die Evangelische Kirche von Westfalen einen Pfarrer aus dem Kreis Minden-Lübbcke freigestellt. Der Geistliche arbeitete im Ludwig-Steil-Hof in Espelkamp – einer diakonischen Einrichtung, in der sich 450 Mitarbeiter um etwa 1000 Menschen mit unterschiedlichem Förderbedarf kümmern. Außerdem war der Pfarrer in einer Kirchengemeinde beschäftigt.

Der Mann steht im Verdacht, eine Bewohnerin des Ludwig-Steil-Hofs mit einem Pornofoto konfrontiert zu haben. Unter welchen Umständen das geschehen sein soll – dazu möchte die Landeskirche im Moment nichts sagen, um Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht zu behindern. Die betroffene Frau soll volljährig sein.

Kirche betont Fürsorgepflicht für Anvertraute und Mitarbeiter

Die Kirche betont zudem, dass man die Fürsorgepflicht gegenüber den ihr Anvertrauten und ihren Mitarbeitenden sehr ernst nehme. »Die Kirchenleitung der hat im Januar dieses Jahres Kirchenrätin Daniela Fricke als Beauftragte für den Umgang mit Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung ernannt« , heißt es in der Pressemitteilung.

Fricke steht den Opfern von sexualisierter Gewalt in der Kirche als zentrale Ansprechperson zur Verfügung, ebenso wie Birgit Pfeifer, Sozialpädagogin und Leiterin der Fachstelle für den Umgang mit Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung.

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