Fr., 14.06.2019

Nach Kündigung des Schul-Caterers hofft SPD auf Wechsel des Systems und bessere Qualität der Mahlzeiten Schmackhaftes aus der Quartiersküche

Die Qualität des Schulessens ist verbesserungswürdig. Die SPD sieht eine Chance für einen System-Wechsel.

Die Qualität des Schulessens ist verbesserungswürdig. Die SPD sieht eine Chance für einen System-Wechsel. Foto: dpa

Bielefeld (WB/bp). Fad im Geschmack, zu wenig (frisches) Gemüse oder Salat, fehlende Beilagen oder sogar viel zu kleine Portionen – so lauten die Klagen über das Mittagessen, das seit einem Jahr vom Hannoveraner Caterer »Vomfeinsten« an 19 Bielefelder Schulen der Sekundarstufe I geliefert wird.

Weil der Caterer überraschend den Vertrag zum Schuljahresende gekündigt hat, sieht die Arbeitsgemeinschaft für Bildung der SPD die Chance für eine grundsätzliche System-Änderung. Vorsitzender Thomas Wandersleb und sein Stellvertreter Frederik Suchla schlagen die Einrichtung von Quartiersküchen vor. Dafür, so Wandersleb, könnten Schulküchen genutzt werden, die jetzt leer stünden.

Als Betreiber einer solchen Quartiersküche müsste ein Träger gefunden werden. Wandersleb betont ausdrücklich, dass diese Quartiersküchen im Idealfall auch zum Beispiel Grundschulen (haben jeweils individuelle Träger) und Kitas im Umkreis mitversorgen könnten. »Es soll aber kein Zwang dazu bestehen – von keiner Seite.« Mit Quartiersküchen könnten die Schulen selbst Einfluss darauf nehmen, was mittags in den Schulmensen auf den Tisch kommt.

Die Schulverwaltung plant eine (europaweite) Ausschreibung, um einen neuen Caterer zu finden. Weil das Verfahren aber mindestens ein halbes Jahr dauert, sucht sie zunächst nach einem kurzfristigen Ersatz. Ein neuer Caterer für alle wäre ein Rückschritt, sagt Suchla: »Damit hält man doch nur am bestehenden System fest.«

»Dann sind die Mahlzeiten nicht ganz so matschig.«

Zur Zeit werde das Essen morgens angeliefert und entweder in Boxen warm gehalten oder in Heißluftöfen noch einmal vor dem Austeilen erhitzt. Suchla: »Dann sind die Mahlzeiten nicht ganz so matschig wie die aus den Warmhalteboxen.« Wandersleb sagt, dass die Stadt als Träger der Ganztagsschulen im Sekundar-I-Bereich zuständig dafür sei, dass die Schüler mit schmackhaftem Essen versorgt werden.

Suchla weist darauf hin, dass es einen rapiden Rückgang bei den Essensbestellungen gebe, in einigen Schulen »nur zwei bis drei Prozent der Schüler mittags in der Mensa essen«. Als Gründe neben der mangelnden Qualität nennt er das komplizierte Bestellsystem (drei Tage im Voraus online) und den Preis (3,90 Euro statt 2,80 Euro noch im Schuljahr 2017/18 mit der »Stattküche« als Caterer). Erste Priorität sei jetzt: »Dass unmittelbar nach den Sommerferien die Essensversorgung sichergestellt ist.«

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