Sa., 15.06.2019

1000 Plätze: Politik gibt 500.000 Euro für Planung frei Radstation: »Beschluss ist Blankoscheck«

Die alte Radstation mit 340 Plätzen wurde im Februar abgerissen, die Stadt plant jetzt mit zunächst 1000, bis 2030 4000 Stellplätzen im Umfeld des Hauptbahnhofes.

Die alte Radstation mit 340 Plätzen wurde im Februar abgerissen, die Stadt plant jetzt mit zunächst 1000, bis 2030 4000 Stellplätzen im Umfeld des Hauptbahnhofes. Foto: Bernhard Pierel

Bielefeld (WB/bp). Kurzfristig sollen im Umfeld des Hauptbahnhofes 1000 zugangsgesicherte Abstellplätze in einer Radstation und ihrem »Satelliten« entstehen, auf lange Sicht sogar 4000 (das WESTFALEN-BLATT berichtete). Der erste Schritt ist getan: Die Bezirksvertretung Mitte bewilligte mehrheitlich Planungskosten in Höhe von 500.000 Euro.

Geplant werden soll mit diesem Geld eine Radstation am alten Standort und ein weiteres Fahrradparkhaus auf der Bahnhofsrückseite mit zwei Geschossen etwa gegenüber dem Cinemaxx mit direktem Zugang zum Bahnsteig.

Bis 2030, so Dr. Nora Niebel (Amt für Verkehr) sollten dann insgesamt 4000 Abstellplätze zur Verfügung stehen; der errechnete Bedarf allein der Bahn-Pendler liege heute bereits bei 3700 Plätzen. Die Standortfrage sei ungeklärt. Sie nannte etwa den Bahnhofsvorplatz, den Bereich an der »Tüte«, aber auch den ehemaligen Bunker unter dem Hauptbahnhof oder sogar die Möglichkeit, über den Gleisen zu bauen.

Sie räumte ein, dass es bislang »keine ausgearbeiteten Planungen« gebe, und auch noch keinen schriftlichen Überlassungsvertrag der Deutschen Bahn AG für das (Teil-)Grundstück der ehemaligen Radstation. Die alte Radstation war in einer ehemaligen Stückguthalle untergebracht, die Bahn benötigt Teile des Bereiches für eigene Zwecke.

»Gibt es einen Abstimmungsprozess innerhalb der Verwaltung?«

Abgelehnt wurden zwei CDU-Anträge. Der eine wollte es festgeschrieben sehen, dass ein (weiteres) Fahrradparkhaus »keine Einschränkungen für den Busverkehr« bedeuten würde, der zweite Antrag forderte, dass »wild« abgestellte Fahrräder nach Fertigstellung der Radstation »abgeräumt« werden sollten. Bezirksbürgermeister Hans-Jürgen Franz (SPD): »Ein solcher Beschluss existiert bereits.« Dieter Gutknecht (Grüne) fehlte die Berücksichtigung der Überlegungen, den Fernbusbahnhof an der Josef-Massolle-Straße auf der Bahnhofs-Rückseite anzusiedeln: »Gibt es da überhaupt einen Abstimmungsprozess innerhalb der Verwaltung?«

Hartmut Meichsner (CDU) kritisierte, dass die potenziellen Standorte für weitere Fahrradparkhäuser, um die Zielmarge von 4000 Plätzen zu erreichen, »in keiner Vorlage auftauchen«. Es gehe auf keinen Fall, die Kurzzeit-Parkplätze am Hauptbahnhof für eine Radstation wegfallen zu lassen. Mit dem Beschluss, so Meichsner, stelle man der Verwaltung einen »Blankoscheck« aus. Jan-Helge Henningsen (CDU) fürchtete: »Wir sollen ins Blaue hinein beschließen, die Katze im Sack kaufen.« Franz versuchte zu befrieden: »Die Machbarkeitsstudie mit der Perspektivplanung ist nicht Gegenstand des Beschlusses.«

Die (noch nicht eröffnete) provisorische Radstation im ehemaligen Postgebäude Nahariyastraße soll maximal drei Jahre genutzt werden, die beiden neuen Fahrradparkhäuser mit insgesamt 1000 Plätzen demnach Mitte 2022 stehen.

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