Mi., 19.06.2019

Türen der Linie 3 gingen wegen einer technischen Panne zur falschen Seite auf Stadtbahn: Unfallursache gefunden

Rettungseinsatz am Gleis der Linie 3.

Rettungseinsatz am Gleis der Linie 3. Foto: Christian Müller

Bielefeld (WB/hz). Falsche Informationen aus dem Gleisbett an eine Stadtbahn – das ist den Angaben der Verkehrsbetriebe Mobiel zufolge der Grund, warum sich an der Haltestelle Koblenzer Straße in Gellershagen die Türen der Linie 3 zur falschen Seite öffneten.

Eine 41-jährige Bielefelderin war am Montag gegen 17.50 Uhr rechts statt links aus der Stadtbahn auf die Jöllenbecker Straße ausgestiegen und geriet mitten im fließenden Feierabendverkehr vor ein Auto.

Beim Zusammenstoß mit dem Volvo eines 49-jährigen Autofahrers erlitt die Frau schwere Verletzungen und kam in ein Krankenhaus.

»Koppelspule im Gleisbett kaputt«

Mobiel-Sprecherin Lisa Schöniger erklärte, wie es zu dem ungewöhnlichen Unfall bei der Fahrt in Richtung Endhaltestelle Babenhausen-Süd kommen konnte. Demnach befinden sich unter den Stadtbahnen und im Gleisbett sogenannte Koppelspulen. Diese Spulen senden sich Informationen zu, wo beim Einfahren einer Bahn an eine Haltestelle die Türen zum Bahnsteig zu öffnen sind.

Im aktuellen Fall hätten sich die Türen links an der Bahn vom Typ M8C zum Hochbahnsteig mitten auf der Jöllenbecker Straße/Koblenzer Straße öffnen müssen. »In diesem Fall war eine Koppelspule im Gleisbett kaputt. Sie ist inzwischen ausgetauscht worden«, sagte die Mobiel-Sprecherin.

Bahnfahrer schuldig?

Der Sturz der 41-Jährigen aus dem Zug vor ein Auto ist zum Fall für die Ermittler des Verkehrskommissariates 1 geworden, sagte Polizeisprecher Michael Kötter. Keine Antwort gibt es bislang auf die Frage, ob sich der Bahnfahrer (26) der fahrlässigen Körperverletzung schuldig gemacht haben könnte.

Wie es von den Verkehrsbetrieben Mobiel heißt, müssen die Fahrer im Zug kontrollieren, ob sich die Türen korrekt zur Bahnsteigseite öffnen. Fraglich ist, ob der 26-Jährige am Steuer überhaupt noch die Chance hatte, die falsch geöffneten Türen wieder zu schließen, bevor die 41-Jährige aussteigen konnte. Ebenso ist zu klären, ob der Stadtbahnfahrer die Fahrgäste per Durchsage davor warnte, den Zug zur falschen Seite zu verlassen.

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