Do., 20.06.2019

Immobilienspezialist Lührmann sieht das Oberzentrum weiter gestärkt Gerry-Weber-Haus: drei Interessenten

Bonbon in der Niedernstraße: Für den heutigen Standort von Gerry Weber in der Niedernstraße interessieren sich gleich drei Gastronomen. Carina Wübbels (links) und Andreas Grüß kümmern sich um die Vermarktung des Ladenlokals mit Glasfront.

Bonbon in der Niedernstraße: Für den heutigen Standort von Gerry Weber in der Niedernstraße interessieren sich gleich drei Gastronomen. Carina Wübbels (links) und Andreas Grüß kümmern sich um die Vermarktung des Ladenlokals mit Glasfront. Foto: Bernhard Pierel

Von Michael Diekmann

Bielefeld (WB). Der Gastronomie in der Altstadt winkt attraktive Verstärkung: Für das Gerry-Weber-Haus an der Niedernstraße werden nach Angaben von Andreas Grüß aktuell Gespräche mit drei konkreten Interessenten geführt. Grüß: »Das Haus mit Fensterfront über zwei Etagen ist gefragt.«

Vermutlich bereits zum Jahresende wird der angeschlagene Textilriese Gerry Weber seinen Standort mit 440 Quadratmetern Verkaufsfläche im einstigen Atrium-Kino räumen. Für die Haller war es eine Art »Traditionsstandort«, einer der ersten Shops einer damals stark expandierenden und florierenden Marke. Das Geschäft in der Altstadt war eine erste Adresse. Das könnte sie, glaubt Andreas Grüß, später auch gastronomisch werden und das Bild im Hufeisen weiter beflügeln.

Andreas Grüß kennt sich aus. Der Geschäftsführer des Osnabrücker Spezialisten Lührmann befasst sich täglich mit Gewerbeimmobilien, speziell mit Bielefeld und hat nicht selten seine Unterschrift unter Mietverträge mit großen Filialisten gesetzt, erfolgreich gemanagt und vermittelt. Früher, sagt er, sei so ein Ladenlokal wie das von Gerry Weber wieder in den Textilbereich gegangen.

Gleich drei neue Anmietungen in der Bahnhofstraße

Aktuell hat Lührmann im Oberzentrum gleich drei neue Anmietungen in der Bahnhofstraße vermeldet: den Drogeriemarkt DM, New Yorker und Woolworth . Aber der Nachfrageüberhang der früheren Jahre ist nicht mehr vorhanden. Laut Grüß sind auch die Ladenmieten nach rasantem Anstieg aktuell eher stagnierend, sogar leicht fallend. Grüß: »Jede Immobilie benötigt eine spezielle Lösung.« Im Falle Gerry Weber lockt natürlich die gigantische Deckenhöhe in dem Haus mit Ensembleschutz, das einer Erbengemeinschaft gehört und in den oberen Etagen Wohnungen bietet.

Bielefeld selbst sieht Andreas Grüß sehr gut aufgestellt. Die Stadt wächst als Oberzentrum ständig weiter. Man sei, sagt Grüß, zwar nicht ein unbedingter Freund von Centern: »Aber das Loom zeigt, dass hier einiges richtig gemacht wurde.« Die Bahnhofstraße gehört zu den besten Lagen im Lande. Die absolute 1A-Lage haben regelmäßige Untersuchungen zwischen Zimmerstraße und dem Loom-Zugang in der Stresemannstraße ausgemacht.

Benotet werden Innenstädte laut Lührmann eher nach »Schuhkartons«

Auffällig ist der Qualitätsgewinn durch den Umbau des ehemaligen Leffers-Hauses. Mit Decathlon ist einer der expansivsten Sportdiscounter auf 2.200 Quadratmetern eingezogen. Zara glaubt an die Bahnhofstraße und hat langfristig verlängert, verrät der Makler. Leffers heißt jetzt Sinn und ist an seinem neuen Standort gegenüber dem Loom dem Vernehmen nach »gigantisch« gestartet.

Benotet werden Innenstädte laut Lührmann allerdings eher nach »Schuhkartons«. Das sind jene 100 Quadratmeter großen Läden mit fünf Metern Front, wie sie in der Niedernstraße mit Rituals oder Olymp erfolgreich sind. Auffällig: Mit Rossmann oder Butlers liegen bundesweit führende Filialen in Bielefeld. Und TK-Maxx holt Kaufpublikum über den Jahnplatz.

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