Do., 20.06.2019

Depot-Frage ungeklärt – LWL-Zentralmagazin ausgebucht Vor Kunsthallen-Sanierung: Ausstellungen noch bis 2022

Die Kunsthalle soll trotz des umfassenden Sanierungsvorhabens bis 2022 weiterhin geöffnet bleiben.

Die Kunsthalle soll trotz des umfassenden Sanierungsvorhabens bis 2022 weiterhin geöffnet bleiben. Foto: Bernhard Pierel/Archiv

Von Burgit Hörttrich

Bielefeld (WB). Das Ziel ist ambitioniert: 2024 soll die sanierte und technisch auf den neusten Stand gebrachte Kunsthalle wieder eröffnen. Die Schließungszeit soll nicht länger als 18 bis 24 Monate dauern. Das bedeutet: Bis voraussichtlich 2022 sind dort Ausstellungen zu sehen.

Bis Ende 2020 soll das sogenannte Nutzungsbedarfsprogramm stehen. Bedeutet: Die Kunsthalle wird in Zukunft mehr Raum haben, weil zum einen die Technik (Lüftung, Klimaanlage) deutlich kleiner dimensioniert sein kann als bei der Eröffnung vor 51 Jahre, zum anderen, weil es nur noch ein Arbeitsdepot gibt, der überwiegende Teil der Kunstwerke in einem Depot außerhalb der Kunsthalle fachgerecht gelagert werden soll.

Damit könnte ein Großteil des Untergeschosses mit genutzt werden – bei Einbau eines zweiten Fluchtweges auch die ehemalige Studiengalerie. Deren Nutzung war von Bauamt und Feuerwehr im September 2017 untersagt worden.

Clausen stellt sich städtisches Depot vor

Offen ist allerdings, wo die Kunstwerke bereits während der Sanierung und dann nach deren Abschluss dauerhaft eingelagert werden könnten. Großformatige Werke aus dem Eigenbesitz der Kunsthalle lagern in dem im vergangenen Jahr neu eröffneten Zentralmagazin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Münster. Dieses Depot mit seinen 10.000 Quadratmetern soll aber bereits ausgebucht sein.

Gleichzeitig plant der LWL in Westfalen-Lippe »Satelliten«, kleinere Magazine, um lange und kostenaufwändige Transportwege zu sparen. Ein solches Depot soll auch in OWL entstehen, als Standorte sollen Bielefeld und Detmold im Gespräch sein. Vorteil von Detmold: Grundstücksflächen zu moderaten Quadratmeterpreisen.

Oberbürgermeister Pit Clausen stellt sich vor, ein städtisches Depot in Bielefeld zu bauen, ausreichend dimensioniert, um auch Museen aus anderen Städten Lagermöglichkeiten bieten zu können. Er hofft, für dieses Projekt sogenannte Regionale-Fördermittel zu bekommen.

Zehn Millionen Euro Sanierungskosten

Spätestens Anfang 2020 wechselt die Kunsthallen-Leitung, ein Teil des Ausstellungsprogramms steht bereits. Wenn die Sonderausstellung »Anne Oppermann – Künstler sein« am 28. Juli zu Ende geht, sind weiterhin in der ersten Etage Werke aus der Sammlung zu sehen. Ab 30. August bis zum 20. Oktober wird dann im zweiten Obergeschoss Grafik, unter anderem von Pablo Picasso, aus dem Eigenbesitz gezeigt: »Künstlerräume«. Diesen Ausstellungen schließt sich eine große Skulpturen-Schau an, die sich bis ins Jahr 2020 hinein zieht.

Als Sanierungskosten für die Kunsthalle werden zehn Millionen Euro angegeben. Das denkmalgeschützte Gebäude wird sich außen nicht verändern, auch die Ausstellungsräume bleiben so erhalten, wie Architekt Philip Johnson sie geplant hat. Investiert werden soll in Gebäudetechnik, Dachkonstruktion, Fenster und Türen, Brandschutz und Fassade.

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