Do., 20.06.2019

Shopbetreiber sprechen von »größtenteils wohlwollenden Reaktionen« – mit Videointerview Mit Sexspielzeug auf dem Kirchentag

Gerhard Peters (links) und Wellington Estevo präsentieren ihre Mitbringsel.

Gerhard Peters (links) und Wellington Estevo präsentieren ihre Mitbringsel. Foto: Jan Gruhn

Von Jan Gruhn

Dortmund/Bielefeld (WB). Mit ihrem Online-Sexshop für Christen haben sie bundesweit teils heftige Reaktionen ausgelöst. Jetzt stellen vier junge Männer aus Ostwestfalen-Lippe ihre Idee auf den Evangelischen Kirchentag vor.

Gerhard Peters hat nicht viel Zeit zum Quatschen. Alle 30 Sekunden bleibt jemand an seinem Stand auf dem Markt der Möglichkeiten in den Westfalenhallen stehen. Auf dem kleinen Tisch vor ihm steht eine große Schale mit Kondomen, daneben wird auf einem kleinen Aufsteller für ein Gerät zur Stimulation der Klitoris beworben. Zwei junge Pärchen lassen sich ansprechen, Peters erläutert geduldig das Konzept. Zusammen mit drei Bekannten aus dem Großraum Bielefeld hat er Schoenerlieben.de gegründet, einen christlichen Online-Sexshop.

So unterschiedlich waren die Reaktionen

»No porn, no nudity« steht auf einem Schild. Kein Schmuddelkram, versprechen die Unternehmer. Und so sieht es auch auf der Homepage aus. Keine nackte Haut. Stattdessen Landschaftsaufnahmen oder Bilder von glücklichen Paaren. Vor ein paar Wochen sorgte die Berichterstattung über dieses ungewöhnliche Konzept im WESTFALEN-BLATT für viele Reaktionen. Nicht alle waren positiv.

Denn die Betreiber werben damit, für christliche Wert zu stehen, bieten aber gleichzeitig Dildos, Liebeskugeln oder Penisringe an. Für viele geht das nicht zusammen. »Wir haben nach den Berichten auch einige Mails bekommen«, sagt Peters. »Aber nur eine war richtig böse. Im Großen und Ganzen waren die Reaktionen wohlwollend.«

Nicht jeder traut sich

Inge Dietrich am Nachbarstand präsentiert auf dem Markt der Möglichkeiten ihre »klingendes Gesangbuch«. Eine Art Playback-CD-Reihe für die Kirche, wenn mal kein Organist da ist. Was sagt sie zu der Idee der Jungs? »Es ist doch super, dass dieses Thema so angesprochen wird.« Berührungsängste habe sie keine. Doch nicht jeder, der vorbeigeht, traut sich, den Tisch mit den Sexspielzeug näher zu betrachten.

Am Stand von Schoenerlieben.de geben sich die Medienvertreter die Klinke in die Hand: Radio, private und öffentlich-rechtliche TV-Sender, Kirchenmedien springen auf das Thema an. »Sechs oder sieben Interviews waren es heute schon«, sagt Peters. Und bis Samstag – so lange sind die Jungunternehmer mit ihrem Stand in Dortmund – dürften es wohl noch einige mehr werden.

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