Di., 25.06.2019

Kooperation verabschiedet einstimmig Konzept für die Region – Interargem legt vor Wohin mit dem Klärschlamm?

Rund 40.000 Tonnen getrockneter Klärschlamm (Symbolbild) aus der Region müssen künftig verbrannt werden.

Rund 40.000 Tonnen getrockneter Klärschlamm (Symbolbild) aus der Region müssen künftig verbrannt werden.

Bielefeld (WB/bp). Das Gesamtkonzept der Klärschlammkooperation Ostwestfalen-Lippe wurde am Montag in Bielefeld ohne Gegenstimme verabschiedet. Die Kooperation repräsentiert 78 Städte, Gemeinden und Verbände aus dem Regierungsbezirk Detmold und angrenzender Kreise. Alle zusammen haben ein Klärschlammaufkommen von 160.000 Tonnen pro Jahr. Als Trocken­substanz, die für die Verbrennung geeignet wäre, entspräche das 40.000 Tonnen.

Ziel ist im Idealfall eine regionale Lösung für die Entsorgung der Klärschlämme: eben eine Klärschlammverbrennungsanlage. Der nächste Schritt sei die Beschlussfassung zur Kooperation in den Räten, sagt Dr. Ute Röder, Vorsitzende des Arbeitskreises der Klärschlammkooperation OWL. Als Minimum für eine Klärschlammverbrennungsanlage müssten 15.000 Tonnen an Trockenmasse zusammenkommen, man gehe aber von 30.000 bis 40.000 Tonnen pro Jahr aus. 2020 soll ein EU-weites Ausschreibungsverfahren durchgeführt werden, bei dem es nicht allein um den (günstigsten) Preis gehe, sondern auch um Umweltverträglichkeit, CO 2 -Bilanz und dass sich die Verbrennungskosten nicht negativ in den Gebührenrechnungen der Bürger niederschlagen. Anders als beim Konzept des kommunalen Versorgers Westfalen Weser Energie (WWE), mit dem es Gespräche gibt, sei die Phosphor-Rückgewinnung nicht Teil der Ausschreibung. Dort sei der Stein der Weisen noch nicht gefunden, sagt Röder. 2024 solle eine Klärschlammverbrennungsanlage in Betrieb gehen, sagt Thomas Grundmann, stellvertretender Vorsitzender der Klärschlammkooperation.

Anlass für die Gründung der Kooperation im Oktober 2018: Der Einsatz von Klärschlämmen als Dünger in der Landwirtschaft ist ab 2030 untersagt, um die Böden nicht mit Rückständen zum Beispiel aus Arzneimitteln oder Metallen zu belasten.

Die Interargem, zu 75,8 Prozent im Eigentum der Stadtwerke Bielefeld, hat bereits vorgelegt. Sie hat bereits konkrete Pläne für den Bau einer Klärschlammverbrennungsanlage auf dem Gelände der Müllverbrennungsanlage (MVA) in Bielefeld. Der Genehmigungsantrag bei der Bezirksregierung wurde Anfang März eingereicht. Gebaut werde aber nur, wenn die Klärschlamm-Kooperative am Ende des Ausschreibungsverfahrens auch den Zuschlag erteile. Die geplante 50-Millionen-Anlage könnte bis zu 35.000 Tonnen getrockneten Klärschlamm pro Jahr entsorgen. Die Konkurrenz sei groß, bestätigt Ute Röder: »Klärschlammverbrennung ist ein lukratives Geschäft.«

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