Di., 02.07.2019

Bielefelder Kompressorenhersteller: Chef Wolf D. Meier-Scheuven stellt Verwaltungschefin frei und baut Personal ab Weitere Trennung bei Boge

Ein Bild aus gemeinsamen Zeiten: Boge-Chef und IHK-Präsident Wolf D. Meier-Scheuven (von links) mit der einstigen Geschäftsleitung des Bielefelder Kompressorenherstellers. Während Michael Rommelmann (Technik) und Gavin Monn (Vertrieb) weiter im Amt sind, mussten Ricarda Fleer und Thorsten Meier gehen.

Ein Bild aus gemeinsamen Zeiten: Boge-Chef und IHK-Präsident Wolf D. Meier-Scheuven (von links) mit der einstigen Geschäftsleitung des Bielefelder Kompressorenherstellers. Während Michael Rommelmann (Technik) und Gavin Monn (Vertrieb) weiter im Amt sind, mussten Ricarda Fleer und Thorsten Meier gehen.

Von Oliver Horst

Bielefeld (WB). IHK-Präsident Wolf D. Meier-Scheuven (59) tauscht als Chef des Bielefelder Kompressorenherstellers Boge nach unbefriedigenden Ergebnissen weiter das Führungspersonal aus. Nach der Trennung vom langjährigen Geschäftsführer Thorsten Meier (47) Anfang des Jahres musste nun auch Verwaltungschefin Ricarda Fleer (42) nach 20 Jahren gehen. Zudem wurde in Bielefeld die Mitarbeiterzahl um 35 auf 450 reduziert durch Nichtbesetzung freiwerdender Stellen, Nichtverlängerung befristeter Verträge sowie Aufhebungsvereinbarungen.

Die gelernte Betriebswirtin Fleer galt ebenso wie Meier als Eigengewächs. Sie hatte schon mit 31 Jahren Prokura erhalten. Sie sei »offiziell noch bei Boge beschäftigt, aber seit einigen Wochen nicht mehr im Unternehmen«, sagte Meier-Scheuven am Dienstag dem WESTFALEN-BLATT. Die Entscheidung sei maßgeblich vom im Mai aus dem Ruhestand zurückgeholten Interims-Geschäftsführer Rolf Struppek (68) ausgegangen. Er habe auch wesentliche Aufgaben von Fleer übernommen. Die weiteren Mitglieder der Geschäftsleitung – Gavin Monn (Vertrieb) und Michael Rommelmann (Technik) – »sind weiter an Bord und sollen das auch bleiben«.

Nachdem im Jahr 2017 bei 140 Millionen Euro Umsatz noch ein kleines Plus eingefahren wurde, rutschte der Boge-Konzern 2018 trotz höherer Erlöse offenbar in die Verlustzone. Konkrete Zahlen will Meier-Scheuven nicht nennen. Er spricht von »Sondereffekten«, die das Ergebnis »unerfreulich« belastet und die Gesellschafter dazu veranlasst hätten, einen Kurswechsel einzuleiten.

»Der Konsolidierungsprozess zeigt erste Erfolge«, sagt Meier-Scheuven. »Wir arbeiten seit Jahresbeginn daran, die Kosten in den Griff zu kriegen.« Das betreffe neben Personal- auch Materialaufwendungen. »Wir reduzieren die Bestände deutlich und optimieren den Materialeinsatz.« Zudem sei das Forderungsmanagement und die Fokussierung auf »profitablen Umsatz« verbessert worden. »Wir spüren Zurückhaltung bei Investitionen unserer Kunden im Zuge der konjunkturellen Eintrübung, vor allem in Deutschland«, sagt Meier-Scheuven. Er erwartet für das laufende Jahr bei gleichbleibendem Umsatz aber ein positives Ergebnis.

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