Do., 04.07.2019

BIMA verspricht günstige Mieten – Sperberstraße nicht betroffen Bund will die Briten-Wohnungen in Bielefeld behalten

Streitpunkt Sperberstraße: Die Stadt will die 48 Reihenhäuser erwerben.

Streitpunkt Sperberstraße: Die Stadt will die 48 Reihenhäuser erwerben. Foto: Thomas F. Starke

Von Michael Schläger

Bielefeld (WB). 2020 verlassen die Briten Bielefeld. Ihre Wohnungen will der Bund nun nicht mehr verkaufen, sondern selbst vermieten.

Mit dieser Nachricht überraschte Planungsdezernent Gregor Moss am Dienstag die Politiker im Stadtentwicklungsausschuss des Rates. Ihm sei in einem Telefonat mitgeteilt worden, dass die zuständige Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) einen Wechsel in ihrer Grundeinstellung vollzogen habe. Ehemalige Wohnungen alliierter Streitkräfte im Besitz des Bundes sollen nicht länger verkauft werden. Stattdessen will sie die BIMA auf dem Mietwohnungsmarkt anbieten. Dies solle im »unteren Mietpreissegment« geschehen, wie Moss erklärte.

Nicht davon betroffen sei in Bielefeld der Standort Sperberstraße . Dort steht die Stadt bereits in Verhandlungen mit der BIMA, gibt es Überlegungen, die 48 kleinen Reihenhäuser abzureißen und durch eine dichtere Wohnbebauung mit mehr Wohneinheiten zu ersetzen.

Im Eigentum des Bundes befinden sich in Bielefeld insgesamt sieben Wohnstandorte in den Stadtbezirken Mitte (Johann-Sebastian-Bach.-Straße), Stieghorst (Sperberstraße, Königsberger Straße, Am Niederfeld, Lipper Hellweg), Heepen (Am Dreierfeld) und Brackwede (Kölner Straße). Insgesamt geht es um 468 Wohneinheiten auf einer Fläche von rund 20 Hektar.

Wohnquartiere der Briten sind Teil des Konversionsprozesses

Noch nicht geklärt sei, ob auch der Standort Kölner Straße von der neuen BIMA-Politik betroffen sei, betonte der Planungsdezernent vor den Politikern. Auch über diesen Standort ist die Stadt mit der Bundesanstalt im Gespräch. Dort geht es um zwei Mehrfamilienhäuser und acht Reihenhäuser auf einer Fläche von rund 5100 Quadratmetern.

Die Wohnquartiere der Briten sind Teil des Konversionsprozesses, also der zivilen Umnutzung ehemals militärischer Anlagen und Einrichtungen. Dazu zählen in Bielefeld auch zwei Kasernenanlagen. Die Catterick Barracks sind das Hauptquartier der Britischen Streitkräfte. Sie befinden sich im Stadtbezirk Stieghorst (Detmolder Straße 440) und umfassen eine Fläche von 33,6 Hektar. Der Kasernenstandort Rochdale befindet sich im Stadtbezirk Mitte an der Oldentruper Straße und hat eine Fläche von etwa 8,9 Hektar. Diese Areale seien von der BIMA-Neuausrichtung nicht betroffen, betonte Moss. Sie stehen also weiterhin für Stadtentwicklungsprojekte zur Verfügung.

Prozess läuft allerdings nicht reibungslos

Zu diesen Flächen und den Wohnquartieren hatte die Stadt Bielefeld einen so genannten Konversionsdialog angestoßen. Zusammen mit Bürgern und Interessengruppen sollen Pläne entwickelt werden, wie diese Areale insbesondere zur Wohnbebauung genutzt werden könnten.

Der Prozess läuft allerdings nicht reibungslos. So hatte die BISS, die Bielefelder Initiative für sozial-ökologische Stadtentwicklung, kritisiert, dass die 48 Wohnhäuser an der Sperberstraße schon seit zwei Jahren leer stünden, obwohl sie in einem Zustand seien, in den sie auch vermietet werden könnten. Die BIMA verlangt für die Wohnhäuser sechs Millionen Euro. Eine endgültige Einigung über den Kauf ist noch nicht erzielt worden.

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