Do., 04.07.2019

Bundespolizei vernimmt fünf Tatverdächtige aus Bielefeld – ICE und Eurobahn beschädigt Bahn-Attacken: Zeugin belastet Steinewerfer

Eurobahn (Symbolfoto)

Eurobahn (Symbolfoto) Foto: dpa

Von Stefan Biestmann

Bielefeld (WB). Fast zwei Wochen nach den Steinwürfen auf einen ICE und eine Eurobahn steht die Bundespolizei vor einem Durchbruch bei den Ermittlungen. »Eine Zeugin ist sich sicher, den Werfer wiederzuerkennen«, sagt Bundespolizeisprecher Jürgen Gerdes auf WESTFALEN-BLATT-Anfrage.

Die insgesamt fünf Tatverdächtigen im Alter von 29 bis 41 Jahren werden nach seinen Angaben in dieser Woche bei der Bundespolizei Bielefeld vernommen. Aus ermittlungstaktischen Gründen nennt die Bundespolizei noch nicht das Alter des Hauptverdächtigen. Aber zum Wohnort der fünf Verdächtigen, die die Bundespolizei damals antraf, äußert sich Gerdes. »Alle kommen aus Bielefeld.«

Steine flogen offenbar von Dachterrasse

Klar sei für die Polizei, dass Steine auf die Bahnen geworfen wurden, auch wenn diese Steine bislang nicht gefunden worden seien. Die Bundespolizei spricht von insgesamt drei Zeugen. Bei der Zeugin handle es sich um eine Passantin. Sie verfolgte nach eigenen Angaben mit, wie die Steine von einer Dachterrasse unweit des Hauptbahnhofs auf die Bahnen flogen. Dort sollen sich die fünf Tatverdächtigen zu einer Feier getroffen haben.

Zunächst war am 21. Juni um 6.35 Uhr eine aus Münster kommende Eurobahn der Linie RB 67 attackiert worden. Zwar sei der planmäßige Halt auch in Bielefeld gewesen, aber eigentlich hätte die Bahn auf der Linie RB 71 in Richtung Rahden weiterfahren sollen.

Bahnen aus dem Verkehr gezogen

Da durch die Steinewürfe ein Klappfenster beschädigt wurde, zog man die Bahn aus dem Verkehr. Um 8.47 Uhr wurde ebenfalls in Höhe der Jöllenbecker Straße ein ICE mit Gegenständen beworfen. Das Sicherheitsglas einer Scheibe zerplatzte. Aufgrund der Beschädigungen musste der ICE in Gütersloh halten – und der hintere Teil wurde aus dem Verkehr gezogen.

Die Bundespolizei ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Der Sachschaden liegt nach Angaben von Gerdes bei etwa 10.000 Euro – davon 3700 Euro an der Eurobahn. Hinzu kämen aber noch Kosten für Umbuchungen, Verspätungen und Zugausfälle. »Die Bahn-Unternehmen berechnen noch den Gesamtschaden«, betont Gerdes.

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