Fr., 05.07.2019

Ordnungsamt nimmt gemietetes Messgerät in Betrieb Blitzer macht erste Bilder

Der Miet-Blitzer besteht aus Laserscanner und Kamera (rechts) sowie dem Blitzgerät (links). Beides steht auf Stativen.

Der Miet-Blitzer besteht aus Laserscanner und Kamera (rechts) sowie dem Blitzgerät (links). Beides steht auf Stativen. Foto: Peter Bollig

Von Peter Bollig

Bielefeld (WB). 156 Mal innerhalb von fünf Stunden hat das Gerät vom Hersteller Jenoptik ausgelöst. Aus Sicht des Ordnungsamtes ist es technisch eine gelungene Premiere für den kleinen Bruder von Blitzer »Bernhard« , den die Stadt zu Testzwecken gemietet hat.

Das Ausmaß der Verkehrsverstöße im Tempo-30-Bereich vor der Luisenschule ist für Norman Rosenland, beim Ordnungsamt zuständig für Verkehrsordnungswidrigkeiten, allerdings »größer als erwartet«. Umso wichtiger erscheint es, diese Kontrollen an Gefahrenstellen – etwa vor Schulen – durchzuführen.

Um diese Kontrollen an Stellen vornehmen zu können, wo die bisherigen Blitzer der Stadt Bielefeld – bislang hat sie zwei Autos mit Radar-Blitzern sowie den anhänger-gestützten Blitzer »Bernhard« mit zwei Laserscannern – nicht arbeiten können, hat das Ordnungsamt jetzt den Blitzer vom Typ Traffistar S350 gemietet. Technisch funktioniert er wie »Bernhard«, ist aber nicht in einen gepanzerten Anhänger verbaut, sondern steht auf einem Stativ. Dadurch kann er aufgestellt werden, wo ein Pkw oder ein Anhänger keinen Platz findet: etwa auf Seitenstreifen oder, wie am Donnerstag beim ersten Einsatz an der Paulusstraße, auf einer Verkehrsinsel.

Miete bis zum Jahresende wird günstiger

»Er blitzt sogar in Kurven«, sagt Stefan Heiermann vom Ordnungsamt. An entsprechenden Stellen soll der Blitzer in den kommenden Monaten eingesetzt werden, voraussichtlich an zwei Standorten pro Tag, wie Rosenland erläutert.

Für rund 11.000 Euro hat die Stadt das Gerät im März zur Miete geordert für die Zeit bis zum Jahresende. Weil der Hersteller nicht wie vereinbart im Mai liefern konnte, werde der Preis jetzt aber niedriger ausfallen. Diese Kosten werde der mobile Blitzer schnell wieder einspielen, ist sich Norman Rosenland sicher. Falls er sich bewährt, soll er angeschafft werden – zum Kaufpreis von 60.000 bis 70.000 Euro. Bei allen Vorzügen müsse man aber auch sehen, ob es Tücken gebe, sagt Rosenland. So müsse ein Mitarbeiter das Gerät bei der Arbeit vor Ort überwachen, damit sich niemand daran zu schaffen macht. Man müsse sehen, wie das bei winterlicher Kälte funktioniere.

Im Blick hat das Ordnungsamt auch die laufende Klage vor dem Verfassungsgerichtshof in Saarbrücken: Wie berichtet, wird dort das von »Bernhard« eingesetzte Laserscanner-Messverfahren beanstandet, weil zwar die Ergebnisse, nicht aber die Messdaten gespeichert werden. Falls die Klage Erfolg habe, könnten »Bernhard« und sein kleiner Bruder wohl nicht weiter betrieben werden, sagt Norman Rosenland. Der Miet-Blitzer müssen dann aber auch nicht länger bezahlt werden. Jenoptik habe zudem mitgeteilt, dass eine technische Änderung in Arbeit sei, um die geforderten Messwerte zu speichern.

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