Sa., 06.07.2019

So wehren Sie sich gegen das folienverpackte »Einkaufaktuell« Plastikmüll von der Post

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: imago

Von Norbert Tiemann

Bielefeld (WB). Die Deutsche Umwelthilfe prangert an: »Und ewig währt das Plastik«. Jährlich überfluten rund 10 Millionen Tonnen Plastikmüll die Weltmeere. Im wesentlichen Kunststofftüten, Folien und Plastikflaschen. Mit 220 Kilogramm pro Kopf sind die Deutschen in Europa Rekordhalter bei der Produktion von Verpackungsabfällen. Die Deutsche Post, an der der Staat mittelbar noch immer mit gut 20 Prozent beteiligt ist, mischt an diesem umweltschädlichen Missstand ordentlich mit.

Denn Woche für Woche werden bis zu 20,7 Millionen »Einkaufaktuell«-Ausgaben durch die Briefträger der Post in die deutschen Briefkästen gesteckt – verpackt in Plastiktüten. Der Samstag ist für die Post der Plastik-Tag; allein im Raum Ostwestfalen werden dann bis zu 750.000 dieser in Folie verpackten Werbemagazine verteilt. Bundesweit sind es hochgerechnet aufs ganze Jahr in den 28 deutschen Ballungsgebieten unter dem Strich rund eine Milliarde Tüten. Und das in einer Zeit, in der der Einzelhandel den Plastiktüten-Verbrauch massiv reduziert und die Politik gar über ein Verbot diskutiert.

Der Verein »Letzte Werbung e.V.« startet nun eine Kampagne »Stoppt die Plastikpost«, um gegen die umweltschädliche Briefkastenwerbung vorzugehen. Wer zukünftig kein »Einkaufaktuell« mehr beziehen möchte, kann die ungewollte Prospektsendung mit einem Formular im Internet unter der Adresse www.plastikpost.de kündigen. Sollte die Deutsche Post diese Kündigung missachten, steht »Letzte Werbung e.V.« nach eigener Aussage mit einer großen Verbraucherschutz-Kanzlei mit juristischem Beistand zur Seite.

Seit Einführung dieser unadressierten Wurfsendung gibt es immer wieder Versuche, die ungewollte Zustellung juristisch zu unterbinden. Bereits 2014 hatte ein Student aus Bayern eine Online-Petition ins Leben gerufen und Unterschriften gegen die Plastikverpackung gesammelt. Der Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter und der Bundesverband der Deutschen Tageszeitungsverleger haben mehrmals, bislang aber erfolglos, versucht, der Post die Zustellung von »Einkaufaktuell« juristisch zu untersagen. Die Presseverleger werfen der Post vor, ihnen mit dieser Wurfsendung und ihren Dumpingpreisen Prospekt-Kunden abzuwerben und somit den privatwirtschaftlichen Wettbewerb als ein immer noch quasi halbstaatliches Unternehmen zu verzerren. Außerdem steht der Vorwurf an die Post im Raum, diese Form der Prospektverteilung durch Erhöhung des Briefportos auch noch indirekt zu subventionieren.

Kommentare

Wo ist das Problem?

Einfach einen Aufkleber an den Briefkasten mit "bitte keine Werbung" machen. Fertig.

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