Di., 09.07.2019

Projekt an der Gesamtschule Quelle könnte Modellcharakter haben Die Vision von der frisch gekochten Schulverpflegung

In der Gesamtschule Quelle soll es bald wieder frisches Essen geben. Darauf hoffen (von links) Thomas Wandersleb (AG für Bildung in der SPD), Leiterin Kirsten Bergmann, Schüler Richard Dresing, Küchenchef Thorsten Richter und Ulrich Gödde (Falken).

In der Gesamtschule Quelle soll es bald wieder frisches Essen geben. Darauf hoffen (von links) Thomas Wandersleb (AG für Bildung in der SPD), Leiterin Kirsten Bergmann, Schüler Richard Dresing, Küchenchef Thorsten Richter und Ulrich Gödde (Falken). Foto: Markus Poch

Von Markus Poch

Bielefeld (WB). Servieren 19 städtische Bielefelder Schulen, die über die Schulverwaltung zuletzt an einen Caterer gebunden waren, ihren Schülern künftig frisch zubereitetes Essen?

Nach den üblen Erfahrungen mit aufgewärmten Speisen wünschen sich das viele Schüler und ihre Eltern. Ein Pilotprojekt, das die Gesamtschule Quelle anstrebt, könnte Modellcharakter haben.

Schulleiterin Kirsten Bergmann ist fest entschlossen, und auch die Schulkonferenz hat bereits ihr einstimmiges Votum abgegeben: Die hauseigene Schulküche, in der die umstrittene Schulverpflegung aus Hannover seit einem Jahr nur noch aufgewärmt wurde, soll reaktiviert werden, um die Schüler mit vor Ort frisch gekochtem Essen zu verwöhnen.

90 von 924 Schülern haben bestellt

Von den 924 Jugendlichen der Gesamtschule Quelle haben am Ende nur noch 90 den von weither angelieferten Mittagstisch in Anspruch genommen. Die anderen hatten das Essen zumeist satt. Auch mit dem komplizierten Bestellsystem wollten sich immer weniger Familien anfreunden. All das soll sich in einem Jahr, also mit Beginn des Schuljahres 2020/2021 ändern.

Schulleiterin Bergmann hat diesen Plan bereits der Schulverwaltung mitgeteilt und um Prüfung gebeten. Der Plan ist kein tollkühner Einfall, sondern ein Prinzip, nach dem die Bielefelder Falken schon seit fünf Jahren die Offene Ganztagsschule der Diesterwegschule und die nahe Falken-Kindertagesstätte verpflegen. Und die Falken sollen auch Träger der personell neu auszustattenden Schulküche in Quelle werden.

»Sobald es möglich ist, wollen wir für die Queller Schüler kochen«, betont Falken-Geschäftsführer Ulrich Gödde. »Das ist viel besser als nur Verpackungen aufzureißen.« Es gehe ihm um Esskultur, um eine »stimmige Atmosphäre«, in der eine echte Mahlzeit eingenommen werde.

»Es soll frisch und lecker sein«

»Wir haben nicht mehr den Anspruch, hier nur irgendwelches Essen auszugeben«, erklärt Kirsten Bergmann. »Es soll frisch und lecker sein, und das Personal soll auf Anregungen reagieren können.« Die Schulleiterin kündigt an, dazu auch den vernachlässigten Schulgarten neu beleben zu wollen und das neue Bestellsystem möglichst so simpel zu halten, dass die Kinder selbst bestellen können. Die Eltern seien dazu bereit, statt der bisherigen 3,90 dann 4,50 Euro pro Gericht zu zahlen, sofern »das Geld in Qualität und Personal investiert« werde und nicht in die Anlieferung.

Thorsten Richter, Küchenmeister der Falken-Küche an der Diesterwegschule, hat sich bereits in der Küche der Queller Gesamtschule umgesehen. »In der Anfangsphase kämen wir sicher von 90 auf 300 Essen«, sagt er euphorisch. »Wir kochen überwiegend vegetarisch, mit wechselnden Fleischsorten zur Wahl.« Er sei bereits dabei, das geeignete Personal für die benötigten 3,5 bis vier Stellen zu finden.

»Viele Restaurants, sogar Fast-Food-Ketten, stellen ihr Angebot immer mehr auf Frischeprodukte um«, sagt Schülervertreter Richard Dresing, Klasse elf. »Für Schulen wäre es falsch, auf diesen Trend nicht aufzuspringen.« Solche Hoffnungen verbinden die Falken und auch die Arbeitsgemeinschaft für Bildung in der SPD mit dem Queller Pilotprojekt: dass es im Stadtgebiet möglichst viele Nachahmer gibt.

Im Schuljahr 2019/2020 müssen die Queller Schüler aber noch ohne Frischeküche auskommen. Der bewährte Caterer Stattküche (Münster) springt so lange ein.

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