Do., 11.07.2019

Die Initiative Radentscheid startet ihre Unterschriftensammlung für ein Bürgerbegehren Jetzt geht’s los

Foto: Bernhard Pierel

Von Michael Schläger

Bielefeld (WB). Etwas mehr als 11.000 Unterzeichner müssen es werden, mehr als 15.000 sollen es am Ende sein. Die Initiative Radentscheid hat am Mittwoch mit dem Sammeln von Unterschriften für ihr Bürgerbegehren begonnen.

Katrin Adelmann ist 1. Konzertmeisterein der Bielefelder Philharmoniker. Sie gehörte genauso zu den Erstunterzeichnerinnen des Bürgerbegehrens wie die Schauspielerin Carmen Priego, die Seniorin Ursel Görner (79) und »Fridays for Future«-Aktivistin Friederike Krah (17). Alle vier finden, dass die Stadt zu wenig unternimmt in Sachen Radverkehrssicherheit und -attraktivität. Sie unterstützen deshalb den Elf-Punkte-Katalog des Radentscheide s.

Pro Jahr sollen mindestens zehn Kilometer Fahrradstraßen entstehen und an Hauptstraßen breite, geschützte Radwege eingerichtet werden – so lauten zwei der Forderungen. Für ein Bürgerbegehren ist eine Kostenschätzung Pflicht. Würden alle Punkte umgesetzt, koste dies die Stadt 137,4 Millionen Euro verteilt auf fünf Jahre, hatte die Verwaltung errechnet. Die Radentscheid-Aktivisten, die nun in der ganzen Stadt Unterschriften sammeln wollen, finden diese Zahl viel zu hoch gegriffen. Sie gehen von maximal 75,3 Millionen Euro aus. Ein gesicherter Radfahrstreifen etwa sei für 300.000 Euro pro Kilometer zu haben. Die Stadt habe dafür drei Millionen Euro angesetzt.

Bis zum Herbst sollen genug Unterschriften vorliegen

Bis zum Herbst sollen genug Unterschriften vorliegen. Wird die erforderliche Zahl erreicht, muss sich der Rat mit den Forderungen des Radentscheides beschäftigen. Folgt er dem Anliegen nicht, käme es zum Bürgerentscheid. Alle wahlberechtigten Bielefelder wären aufgerufen, über das Anliegen zu entscheiden.

Aber in der Politik gibt es durchaus viele Anhänger des Radentscheides Vertreter des Paprika-Bündnisses aus SPD, Grünen und Bürgernähe/Piraten trugen sich gestern ebenfalls in die Listen ein. Michael Schem, Sprecher des Radentscheides, hofft auf viele Zuspruch: »Nun hat die Stadtgesellschaft die Chance ein Votum für eine Verkehrswende abzugeben.« Dies könne ein starkes Signal ans Rathaus sein, um attraktivere Bedingungen für einen Umstieg aufs Rad zu schaffen.

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