So., 14.07.2019

Schulleiter wechselt nach den Ferien als Fachdezernent zur Bezirksregierung Neumann verlässt Gymnasium Heepen

Jörg Neumann hat das Heeper Gymnasium mit 1000 Schülern und 110 Lehrern neun Jahre lang geleitet.

Jörg Neumann hat das Heeper Gymnasium mit 1000 Schülern und 110 Lehrern neun Jahre lang geleitet. Foto: Hendrik Uffmann

Von Hendrik Uffmann

Bielefeld-Heepen (WB). Wechsel an der Spitze des Gymnasiums Heepen. Schulleiter Jörg Neumann übernimmt nach den Sommerferien eine Stelle als Fachdezernent bei der Bezirksregierung in Detmold, sein Stellvertreter Thomas Neidhardt wird das Gymnasium zunächst leiten.

»Er wird die Schulleitung für voraussichtlich ein Schuljahr übernehmen«, sagt Jörg Neumann. Erst dann werde die Stelle dauerhaft neu besetzt. Dass es dafür viele gute Bewerber geben wird, davon gehe er aus, erklärt Neumann. »Es ist eine attraktive Stelle. Die Schule ist etabliert, und es gibt einen tollen Zusammenhalt des Kollegiums«, so der 58-Jährige.

Genau das habe er selbst erfahren, als er vor neun Jahren Leiter des Gymnasiums geworden war. Denn schon am ersten Arbeitstag habe es einen Todesfall im Kollegium gegeben. »Und wie selbstverständlich alle bei dieser Krise zur Stelle waren und geholfen haben, das hat mir ein Gefühl der Sicherheit gegeben. Und bis heute habe ich in schwierigen Situationen nie allein dagestanden«, erinnert er sich.

2010 war Jörg Neumann Nachfolger der langjährigen Leiterin des Heeper Gymnasiums Beate Suermann geworden. Zuvor war seit 2002 ihr Stellvertreter gewesen. In seiner Zeit in Heepen habe er einiges mitgestalten können, blickt Neumann zurück.

 

Das Projekt »Grünasium«

Zu den Neuerungen in dieser Zeit zählt unter anderem der bilinguale Zweig, bei dem Schüler schon ab der fünften Klasse verstärkt Englisch lernen und ab Klasse sieben die Fächer Geschichte, Erdkunde und Politik ebenfalls auf Englisch unterrichtet werden. Auch die Einführung des gebundenen Ganztags ab 2009, der Bau des neuen Mensagebäudes am Heeper Schulzentrum, an dessen Planung Neumann mitgearbeitet hat, und die Einführung des gemeinsamen Lernens, bei dem auch Schüler mit Beeinträchtigungen an dem Gymnasium unterrichtet werden, zählt er auf. »Das war nicht unumstritten, auch, weil die personelle Ausstattung dafür mangelhaft ist. Aber die Klassen laufen gut« sagt Neumann. Allerdings laufe dieses Konzept in Bielefeld nun schon wieder aus.

Entstanden ist unter Neumanns Leitung auch das Projekt »Grünasium«, in dem das Schulgelände neu gestaltet wird. Angelegt wurden bereits ein Schulgarten mit Teich und ein Terrassen-Forum mit Holzmöbeln zum Entspannen. Daran haben die Schüler selbst mitgebaut. Aktuell in Planung ist ein Fitness-Bereich auf dem Schulhof mit Geräten für Bewegungsmöglichkeiten.

Nach den Sommerferien wird Jörg Neumann Fachdezernent für die Fächer Biologie und Sozialwissenschaften an den Gymnasien in Ostwestfalen-Lippe. Dass er dort noch mehr »Pflöcke einschlagen« könne, das habe ihn an dieser Aufgabe gereizt. Zwar war er auch Sprecher der Gymnasien in der Arbeitsgruppe für Schulentwicklungsplanung im städtischen Schulausschuss – diese Funktion übernimmt zunächst seine Stellvertreterin Caro Brauneis, Leiterin des Gymnasiums am Waldhof – , »aber darüber hinaus die Schullandschaft mitgestalten und über den Tellerrand hinaus schauen zu können, darauf freue ich mich«, so der 58-Jährige.

Zudem habe er als Schulleiter in diesem Schuljahr erstmals nicht mehr die Zeit gehabt, selbst zu unterrichten. »Deshalb habe ich mir überlegt, dass ich mich dann auch ganz auf organisatorische Aufgaben konzentrieren kann, die mir ebenfalls Spaß machen.«

»Ich muss mir erst einmal ein Auto kaufen«

Eine ganz praktische Neuerung wird sein neuer Dienstsitz auch mit sich bringen, sagt Neumann: »Ich muss mir erst einmal ein Auto kaufen.« Denn er wohnt 800 Meter vom Gymnasium Heepen entfernt und muss künftig nicht nur zu seinem Schreibtisch in Detmold, sondern wird auch viel zu den Gymnasien im Regierungsbezirk unterwegs sein. »Kollegen haben mir schon prophezeit, dass dabei wohl 30.000 Kilometer im Jahr zusammenkommen.« Und diese wolle er nicht mit seinem alten VW-T3-Campingbulli fahren, der schon jetzt 240.000 Kilometer auf dem Tacho habe.

Hervor hebt Neumann auch die Unterstützung des Kollegiums in einer persönlichen Angelegenheit. Denn sein Sohn Jascha ist am Heeper Gymnasium ebenfalls zur Schule gegangen, bevor er in diesem Jahr das Abitur gemacht hat. »Und dafür, dass dies trotz der familiären Konstellation mit einer großen Normalität funktioniert hat, bin ich dankbar.«

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