Mi., 17.07.2019

Studienbeginn im Wintersemester 2021/22 an der Uni Bielefeld Medizinfakultät wird konkret: erste Verträge unterzeichnet

Vertragsunterzeichnung im Innovationszentrum Campus Bielefeld, in dem die Medizinfakultät startet: Rainer Norden, Michael Ackermann, Rektor Gerhard Sagerer und Johannes Hütte (sitzend, von links); Frank Lohkamp, Geschäftsführer der Medizinfakultät, Claudia Hornberg, Isabel Pfeiffer-Poensgen, Karl-Josef Laumann und Uni-Kanzler Stephan Becker (stehend, von links).

Vertragsunterzeichnung im Innovationszentrum Campus Bielefeld, in dem die Medizinfakultät startet: Rainer Norden, Michael Ackermann, Rektor Gerhard Sagerer und Johannes Hütte (sitzend, von links); Frank Lohkamp, Geschäftsführer der Medizinfakultät, Claudia Hornberg, Isabel Pfeiffer-Poensgen, Karl-Josef Laumann und Uni-Kanzler Stephan Becker (stehend, von links). Foto: Thomas F. Starke

Bielefeld (WB/sas). Der nächste Schritt zu einer Medizinfakultät in Ostwestfalen-Lippe ist getan: Die Universität Bielefeld hat am Mittwoch den Kooperationsvertrag mit drei Krankenhäusern der Region unterschrieben.

In dem Vertrag sind die Grundsätze der Zusammenarbeit in klinischer Forschung und Lehre und das Zusammenwirken bei Berufungen mit dem Evangelischen Klinikum Bethel (EvKB), dem Klinikum Bielefeld und dem Klinikum Lippe geregelt. Diese drei Häuser hatten im Auswahlranking die Plätze 1 bis 3 belegt, sie bilden das »Universitätsklinikum OWL der Universität Bielefeld«.

Zum Wintersemester 2021/22 sollen die ersten Studenten im ersten und fünften Semester aufgenommen werden, 2025, im Jahr des Endausbaus, sollen bis zu 300 Studenten pro Jahr ihr Studium beginnen können.

Fachkliniken und -abteilungen wählen

»Ich freue mich, das nun erreicht ist, wofür ich jahrelang gearbeitet habe«, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Er konstatierte eine Schieflage: Mit Ausnahme von Münster befänden sich alle Medizinfakultäten des Landes im Rheinland. Das soll sich nun ändern, zumal der Ärztemangel in Westfalen und vor allem in Ostwestfalen größer sei. Universität, die beteiligten Krankenhäuser und niedergelassene Mediziner (die an der Curriculumsentwicklung und Ausbildung der angehenden Ärzte früh beteiligt werden) setzen auf »Klebeeffekte«: darauf, dass der Region viele Absolventen erhalten bleiben.

NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen würdigte es, dass sich alle beteiligten Kooperationspartner ins Zeug gelegt hätten. Nun gelte es festzulegen, was wo gelehrt wird. Im nächsten Schritt sollen daher die Fachkliniken und -abteilungen für die Praxisausbildung ausgewählt werden. Dabei können auch Kliniken zum Zuge kommen, die nicht unter dem Dach einer der drei kooperierenden Krankenhäuser sind, erklärte Uni-Rektor Prof. Dr. Gerhard Sagerer. Ebenso seien Mediziner aufgefordert worden, sich auf (zunächst befristete) Professuren zu bewerben. Das Augenmerk richtete sich dabei auf Bereiche in der Region, »die bereits auf universitärem Niveau sind«. Sagerers Anspruch ist ein absolut konkurrenzfähiger Medizinstandort.

1000 neue Arbeitsplätze

Laumann betonte als einen Schwerpunkt die Allgemeinmedizin (»Das ist die Basisversorgung im Gesundheitssystem«), Sagerer nannte eine Medizin für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen. »Immerhin 13 Millionen Menschen in Deutschland fallen in diese Kategorie.«

Etwa 1000 neue Arbeitsplätze werden an der Medizinfakultät und den Kliniken entstehen und knapp 100 Professuren neu an die Universität kommen. Dazu erwartet Dr. Rainer Norden, EvKB, Startups und die Ansiedlung medizinnaher Unternehmen. »Wir erleben eine Aufbruchstimmung.«

Die Gründungsdekanin Prof. Dr. Claudia Hornberg will auf Forschungsnähe achten und erwartet, dass Fragestellungen aus der Medizin in andere Fächer getragen werden und umgekehrt. Angesichts der hohen Anzahl von Betten, Menschen und Daten der kooperierenden Krankenhäuser gebe es ein enormes Forschungspotenzial, sagte Norden.

Dr. Johannes Hütte, Klinikum Lippe, setzt darauf, dass Forschungsergebnisse schnell in die Krankenversorgung einfließen. Michael Ackermann, Klinikum Bielefeld, legt das Augenmerk auf das praxisnahes Lehrkonzept (»Bedside-Teaching«): 400.000 stationäre und ambulante Fälle ermöglichten früh im Studium den Kontakt zum Patienten.

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