Fr., 19.07.2019

Bahn bekommt die Situation an der Unterführung Mindener Straße nicht in den Griff Tauben weiter hinterm Netz

Die Vergrämung klappt noch nicht wirklich, sonst würden diese beiden Tauben nicht hinter dem Netz sitzen.

Die Vergrämung klappt noch nicht wirklich, sonst würden diese beiden Tauben nicht hinter dem Netz sitzen. Foto: Markus Poch

Bielefeld (WB/mp). Auch 14 Tage nach der Installation eines Tauben-Vergrämungsnetzes hat sich die Situation an der Eisenbahnunterführung Mindener Straße nicht entspannt. Nach wie vor befinden sich durchschnittlich acht bis zehn Tauben hinter dem Netz, das sie eigentlich fernhalten soll. Die Tierschützer bleiben besorgt, weil sich die Tiere dort leicht verfangen und auch erhängen können. Im Sinne der Vögel, die es immer wieder zu ihren angestammten Brutplätzen zieht, fordern sie eine schnelle Dauerlösung von der Deutschen Bahn.

Wie berichtet, war im Auftrag der Bahn unter der Brücke besagtes Netz angebracht worden, um zu verhindern, das die Stadttauben weiterhin auf der Brückenunterseite ihre Nester bauen sowie Bürgersteige und Straße mit Kot verdrecken. Zuvor hatten Helfer der Bielefelder Stadttaubengruppe die dort nistenden Tiere vertrieben, deren Nester abgeräumt und 25 Jungvögel weiter vermittelt.

Offenbar waren aber Tiere vom Netz eingeschlossen worden oder hatten sich nachträglich dahinter gemogel. So musste zwei Tage später die Feuerwehr kommen und das Netz an einer Stelle öffnen, um die Tauben hinaus zu treiben – mit dem Nachteil, dass das Netz seitdem geöffnet ist, die Tauben jetzt fast ungehindert ein- und ausfliegen können.

»Die Situation ist nach wie vor unbefriedigend«

»Die Situation ist nach wie vor unbefriedigend«, findet Helmut Tiekötter, Vorsitzender des Bielefelder Tierschutzvereins. »Die Uhr tickt. Wenn man die Lage nicht genau beobachtet und schnelle Abhilfe schafft, dann werden da oben wieder Leichen drin hängen. Das war bei einer ähnlichen Vertreibungsaktion vor vier Jahren auch schon so.«

Am Dienstagabend sah es zunächst so aus, als könne das Problem tatsächlich schnell gelöst werden: Mitarbeiter der Vergrämungsfirma waren erneut vor Ort, um die restlichen Vögel mit Hilfe der Stadttaubengruppe zu verjagen und das Netz endgültig abzudichten. Doch sie mussten unverrichteter Dinge wieder abziehen, weil nach WESTFALEN-BLATT-Informationen weder der erwartete Hubwagen bereit stand noch die Mindener Straße zumindest einseitig gesperrt war. »Einen Termin für eine solche Aktion anzusetzen und dann nichts organisiert zu haben – das ist ein Unding«, urteilt Stephanie Elsner, Fachreferentin des Stadttaubenprojektes, ungehalten.

Helmut Tiekötter war seitdem mehrfach telefonisch mit der Bahn in Kontakt. Er sagt: »Man hat mir versichert, dass das Problem spätestens Ende Juli, vielleicht schon ein paar Tage früher, endlich vom Tisch sein soll.«

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