Fr., 19.07.2019

Bei Mobiel gibt Alex Ameise jetzt Auskünfte Dieser Mitarbeiter ist ein Roboter

Setzen auf den neuen Kollegen Alex: (von links) Julian König, Martin Löhdefink (beide Firma Projektionisten), Timo Prünte, Martin Uekmann und Stefanie Sasse (alle Mobiel).

Setzen auf den neuen Kollegen Alex: (von links) Julian König, Martin Löhdefink (beide Firma Projektionisten), Timo Prünte, Martin Uekmann und Stefanie Sasse (alle Mobiel). Foto: Schläger

Von Michael Schläger

Bielefeld (WB). Die Verkehrsbetriebe Mobiel haben einen neuen Mitarbeiter. Er heißt Alex Ameise, beantwortet Kundenfragen und ist ein Chatbot.

Was bitte? Der Begriff Chatbot setzt sich aus den beiden Wörtern »Chat« und »Robot« zusammen. Der Ausdruck steht für ein Online-Dialogsystem, das in Echtzeit arbeitet und Anfragen entgegennimmt. Alex Ameise beantwortet ab sofort über den Facebook-Messenger Fragen, wann der nächste Bus oder die nächste Stadtbahn fährt oder ob es auf einer Linie gerade zu einer Störung kommt.

Schon bisher können Mobiel-Kunden dies über die Unternehmens-Homepage oder eine Smartphone-App tun. Das geschieht bereits über eine Million Mal im Monat. Jetzt kommt eine weitere Möglichkeit hinzu. Bisher nutzen lediglich der Münchener Verkehrsverbund und die Deutsche Bahn ein ähnliches Angebot.

Auch Amazons Alexa wird eingebunden

Entwickelt hat den Chatbot das Hannoveraner Unternehmen »Projektionisten«. Noch kann Alex Ameise nur in Schriftform antworten. Schon bald sollen sich Kunden mit ihm auch über Alexa, Amazons virtuelle Assistentin, unterhalten können. »Hallo Alexa, wann fährt die nächste Linie 1 ab Jahnplatz in Richtung Senne?«, könnte man den digitalen Helfer (der digitalen Helferin) dann fragen. Die Antwort käme prompt. »Im Herbst soll es soweit sein«, sagt Stefanie Sasse, die das Projekt bei Mobiel betreut.

Alex Ameise muss derweil dazulernen. So wie die Menschen auch. Deshalb werden Nutzer gebeten, Dinge, die ihnen bei der Nutzung von Alex auffallen, mitzuteilen. Möglich ist dies über die Webseite »www.mobiel.de/kontakt-chatbot«. »Die Qualität der Auskünfte soll schließlich ständig verbessert werden«, meint Mobiel-Geschäftsführer Martin Uekmann. Er kann sich vorstellen, dass auch die Mobiel-Mutter, die Stadtwerke, künftig ein ähnliches Angebot vorhalten werden. Aber klar sei auch, dass nach wie vor die Möglichkeit bestehe, den direkten Kontakt zu »echten« Mitarbeitern zu suchen.

Schon jetzt kennt sich Alex Ameise nicht nur in Bielefeld aus. Er kann auch Auskünfte über Verbindungen in ganz Ostwestfalen-Lippe geben. Verbindungen innerhalb des Westfalen-Tarifs kann er ebenfalls aufrufen. Ist Alex dann doch mit seinem Wissen am Ende, wird auf einen Live-Chat verwiesen. Dort kann es dann Antworten auf kompliziertere Fragen geben.

Die Ameise kann auch Smalltalk

Die Ameise taucht bei Mobiel schon jetzt auf, wenn es etwa um Störungsmeldungen geht. Zusammen mit dem Designer Peter Zickermann wurde Alex weiterentwickelt. So eine Personifizierung trage auch zu einer gewissen »persönlichen Verbundenheit« bei, meint Stefanie Sasse.

Gerade diese Emotionalisierung sei bei den Nutzern sehr gefragt, weiß Julian König vom Hannoveraner Entwickler. Sie stellen Chatbots gern mal auf die Probe. Wer Alex fragt, ob er auch einen Witz parat hat, bekommt deshalb sofort einen geliefert. Auch auf die Frage »Willst Du mich heiraten« hat er prompt eine Antwort: »Oh entschuldige, ich date schon jemand andern.« Da kann man nichts machen.

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