Sa., 20.07.2019

65-Jähriger hatte 2016 mit Sprengung der Herforder Polizeiwache gedroht SEK-Einsatz in Brackwede: Mann ist vorbestraft

Der frühere Rödinghauser hatte Ende 2016 mit der Sprengung der Herforder Polizeiwache gedroht.

Der frühere Rödinghauser hatte Ende 2016 mit der Sprengung der Herforder Polizeiwache gedroht. Foto: Kathrin Weege

Von Daniel Salmon

Bielefeld/Rödinghausen (WB). Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung eines gemeingefährlichen Verbrechens, versuchte Nötigung, Beleidigung: Der Ex-Rödinghauser (65), der in Brackwede am Mittwoch für einen SEK-Einsatz gesorgt hatte, war erst im September 2018 wegen dieser Delikte zu einer neunmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden .

Die Anklageschrift in dem Prozess vor dem Bünder Amtsgericht hatte es in sich: Denn der heute 65-Jährige hatte kurz vor Weihnachten 2016 – damals wohnte er noch in Rödinghausen – mit einer Drohung für einen aufsehenerregenden Polizeieinsatz in der Wiehengemeinde gesorgt. Bei einem Nachbarn hatte er damals zwei Briefe hinterlegt, und diesen aufgefordert, bei seinen »Polizeifreunden für die Rückgabe der mir entwendeten Sachen« zu sorgen. Ansonsten, so hatte der frühere Kampfschwimmer der Nationale Volksarmee der DDR angekündigt, würde er die Herforder Polizeiwache in die Luft jagen.

Vor Gericht Reue gezeigt

Mit der Drohung wollte der Mann die Herausgabe seiner – im Zuge eines früheren SEK-Einsatzes am Gründonnerstag des gleichen Jahres – beschlagnahmten Waffen erzwingen. Doch stattdessen schlug der Nachbar Alarm und erneut rückten Elitepolizisten an seinem Wohnhaus an, in dem er sich verschanzt hatte. Beim Zugriff des SEK war der heute 65-Jährige leicht verletzt worden. Im Zuge der Durchsuchung seiner Wohnung konnten die Beamten später jedoch weder Sprengstoff noch andere Hinweise finden, die auf einen geplanten Anschlag auf die Polizeiwache hindeuteten.

Bei der Gerichtsverhandlung wegen des Vorfalls hatte sich der Mann, der laut eines ärztlichen Gutachtens psychologische Verhaltensauffälligkeiten aufwies, reuig gezeigt. »Das war falsch«, hatte der Diplom-Ingenieur, der kurz zuvor nach Bielefeld gezogen war, im September 2018 beteuert. Dieser Umstand und die schwierige persönliche Situation des Mannes hatten sich dann auch im Urteil, das Staatsanwaltschaft und Verteidigung noch im Gerichtssaal annahmen, widergespiegelt.

Drei SEK-Einsätze ausgelöst

Bei dem jüngsten Vorfall vom Mittwoch dürfte sich der 65-Jährige somit noch im Bewährungszeitraum befunden haben. Wie berichtet, soll er von seinem Balkon in Brackwede aus mit einem Luftgewehr Schüsse abgefeuert haben. Das rief – zum nunmehr dritten Mal – ein Sondereinsatzkommando auf den Plan, das schließlich die Wohnung stürmte. Bei der anschließenden Durchsuchung sollen mehrere gefährliche Gegenstände sichergestellt worden sein. Gegen den mutmaßlich Luftgewehrschützen wurde ein Ermittlungsverfahren wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz eingeleitet.

Bereits im Oktober 2018, knapp zwei Monate vor der bereits abgeurteilten Bombendrohung, hatte die damals zuständige Herforder Kreispolizeibehörde ein Waffenbesitzverbot verhängt

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