Mi., 24.07.2019

Am Fallschutz auf dem Kesselbrink in Bielefeld wird endlich weiter gearbeitet Die unendliche Geschichte eines Fünf-Sterne-Spielplatzes

Seit einigen Tagen wird am Fallschutz auf dem Kesselbrink gearbeitet. Der Eröffnung soll frühestens Ende August sein.

Seit einigen Tagen wird am Fallschutz auf dem Kesselbrink gearbeitet. Der Eröffnung soll frühestens Ende August sein. Foto: Thomas F. Starke

Von Burgit Hörttrich

Bielefeld (WB). Mehr als vier Jahre nach dem Beschluss, auf dem Kesselbrink einen Großspielplatz zu schaffen, kann dort immer noch nicht geschaukelt oder geklettert werden. Wenn alles gut laufe, so der städtische Umweltbetrieb, könnte es noch gelingen, Großspielgerät »Loop« und Calisthenics-Anlage Ende August oder Anfang September in Betrieb zu nehmen.

Immer wieder kam es zu Verzögerungen, Baustopps, Nicht-Freigabe durch den TÜV. Seit einigen Tagen arbeitet eine Firma aus Neuburg an der Donau mit Niederlassung in Halle/Westfalen daran, den Fallschutzbodenbelag herzustellen.  An der mangelhaften Ausführung dieses Bodenbelages war die geplante Freigabe im April gescheitert: Die Stadt hatte der ausführenden Firma gekündigt, die Arbeiten neu ausgeschrieben. Zur Zeit werde der neue schwarze Belag unter »Loop« und Freiluft-Mucki-Bude aufgetragen. Außerdem bekomme die sogenannte Eventfläche mit Basketball-Bereich einen massiven Kunststoffbelag, so der Umweltbetrieb.

»Loop« ist ausgestattet mit Kletternetz, Schaukeln und Pendelsitzen

Erst wenn alle Arbeiten abgeschlossen seien, werde die Gesamtanlage vom TÜV abgenommen. Nach positiver Prüfung könne dann die Freigabe erfolge. Für den Kesselbrink sollte es kein 08/15-Spielplatz, sondern eine »Fünf-Sterne«-Maßanfertigung sein. Schon deshalb kam es zu Lieferverzögerungen. Das »Loop« ist ausgestattet mit Kletternetz, Schaukeln, Rutschen und Pendelsitzen. Die Calisthenics-Anlage ist wie das Loop in Knallgelb gestrichen. Sie bietet die Möglichkeit zu Workout-Übungen wie Liegestütz, Klimmzug, Kniebeuge, Handstand oder »menschlicher Flagge«. In Bielefeld gibt es nach Angaben der Initiative »Cali 16«, Ideengeberin für die Anlage, rund 1000 Cali­sthenics-Sportler.

Die Kosten werden mit insgesamt 895.000 Euro angegeben, 195.000 Euro davon zahlt die Stadt, das Gros stammt aus Städtebau-Fördermitteln.

Geklagt wurde auch über Zerstörungswut

Ein Aktivitäten- und Spielbereich war ursprünglich gar nicht auf dem Kesselbrink vorgesehen, der 2013 nach seiner 12,4 Millionen Euro teuren Umgestaltung eingeweiht wurde. Die Umgestaltung erfolgte aus der Not heraus. Denn der Rasen der ersten Generation verkümmerte schnell und musste ausgetauscht werden. Neuer Rasen wuchs nicht an.

Die Folge war ein Rechtsstreit zwischen Stadt und ausführender Firma. Dazu kam die Vermüllung, die zusätzliche Abfallbehälter und häufigere Reinigungen erforderlich machten. Geklagt wurde auch über Zerstörungswut etwa bei den Toilettenanalgen. Aus Sicherheitsgründen wurden zudem an der Skater- und BMX-Anlage Geländer installiert. Die sogenannte Aktivitätenfläche bleibt von einem Zaun umschlossen – solange, bis der TÜV seinen Segen gibt.

Kommentare

Wer will da schon Spielen?

Wer will da, auf dem Kesselbrink, schon spielen und dann noch mit Kindern, bei den ganzen Junkies? Also ich bestimmt nicht.

1 Kommentare

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