Kommentar zur Verkehrswende in Bielefeld
Völlig unrealistisch

Auf 25 Prozent sollen der Anzahl der Wege reduziert werden, die mit dem Auto zurückgelegt werden. Das ist aber derzeit völlig unrealistisch, findet Burgit Hörttrich in ihrem Kommentar.

Sonntag, 04.08.2019, 11:00 Uhr aktualisiert: 04.08.2019, 12:20 Uhr
Das Mobilitätskonzept für die Stadt Bielefeld ist weiter umstritten. Foto: Oliver Schwabe
Das Mobilitätskonzept für die Stadt Bielefeld ist weiter umstritten. Foto: Oliver Schwabe

Jetzt, während der verkehrsarmen Sommerferien bei schönem Wetter, sind sie scharenweise unterwegs: Radfahrer. Radeln wird auch außerhalb der Freizeit zum Vergnügen.

Ist also vielleicht doch erreichbar, das Ziel, den Autoverkehr von heute 51 Prozent aller zurückgelegten Wege auf 25 Prozent zu halbieren.

Nur: Die Straßen bleiben nicht so leer wie zur Zeit, dass Wetter nicht so warm und sonnig. Außerdem zeigt sich, dass es in Bielefeld viel zu wenige Fahrradabstellplätze gibt – mal abgesehen davon, dass die Interims-Radstation nicht fertig wird.

Fahrräder werden an jedes Verkehrsschild, an jedes Geländer angekettet, blockieren Gehwege, weil es keine Angebote gibt. Deshalb wäre es wünschenswert, wenn die beiden Großabstellmöglichkeiten zum einen am Hauptbahnhof, zum anderen im heutigen Jahnplatz -Forum, tatsächlich zügig Realität werden würden. Im Moment wirkt das 25 Prozent-Ziel der im Auto zurück gelegten Wege jedenfalls komplett unrealistisch. Jetzt mögen zwar auch Autofahrer zeitweise aufs Rad umgestiegen sein und ein großer Teil nutzt zur Zeit das Fahrrad an Stelle von Stadtbahn oder Bus. Diese beiden Umweltverbund-Arten kannibalisieren sich gegenseitig.

Deshalb ist es wohl absehbar, dass früher oder später das, was die Paprika-Koalition (SPD, Grüne, Bürgernähe/Linke) und viele Umweltverbände fordern, auch tatsächlich umgesetzt wird: höhere Parkgebühren, Rückbau von Fahrbahnen. Zwang eben. Der wäre nur dann akzeptabel, wenn es gleichzeitig Angebote wie Park & Ride an jeder Stadtbahn-Endstation gäbe oder einen dichteren Bustakt auch in den Abendstunden.

Auf dem Jahnplatz kann es nach dessen Umgestaltung jedenfalls nur besser werden. Viele von denen, die verreist waren, haben am Urlaubsort womöglich erlebt, wie schön Plätze (fast) ohne Autos sein können.

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