Sa., 10.08.2019

Entscheidung für Leihfahrradsystem fällt im Herbst – Mobiel beauftragt Studie Unterwegs mit dem Bielefeld-Bike

Konzept erarbeitet: So stellt sich das Unternehmen Nextbike den Verleih der Bielefeld-Räder inklusive Lastenfahrrad auf dem Uni-Campus vor.

Konzept erarbeitet: So stellt sich das Unternehmen Nextbike den Verleih der Bielefeld-Räder inklusive Lastenfahrrad auf dem Uni-Campus vor.

Von Burgit Hörttrich

Bielefeld (WB). Künftig könnten als Leihräder Bielefeld-Bikes (BIE Bike) in den Stadtfarben Rot und Weiß und mit dem Bielefeld-Logo unterwegs sein. Das Unternehmen Nextbike hat eine Konzeptstudie für ein Fahrradverleihsystem speziell für Bielefeld erstellt. Die CDU hat mit dem Verleiher, der in 25 Ländern mit 45.000 Rädern vertreten ist, über das Konzept gesprochen.

Die Meinung der CDU-Ratsfraktion ist einhellig: »Was andere Städte können, das sollte auch in Bielefeld möglich sein.«

Für Bielefeld empfiehlt Nextbike ein sogenanntes Hybridsystem mit festen Stationen, an denen die Räder nach der Registrierung per App, QR-Code oder Kundenkarte entliehen und zurückgegeben werden können, aber auch, so die Idee, mit »Flexiblen Abgabezonen« und der Freigabe von bestimmten Straßen, in denen die Räder abgestellt werden können.

Die Anzahl der Fahrräder, die für Bielefeld nötig wären, gibt Nextbike, gegründet in Leipzig, mit 500 oder 1000 an. Wolle man das gesamte Stadtgebiet mit Leihrädern versorgen, seien 1000 Leihräder nötig, die Hälfte dann, wenn die Flotte ausschließlich in der Innenstadt und auf dem Hochschul-Campus angeboten werden solle. Es gebe keine wirkliche Orientierungsgröße. So ständen in Bonn 900, in Mainz 1000 und in Karlsruhe 350 Räder.

Auch Lastenfahrräder möglich

Ein BIE-Bike – auch in der Variante Lastenfahrrad möglich – sei dann vorstellbar, wenn öffentliche Gelder zur Verfügung gestellt würden. Dann könne die Stadt bestimmen, welches Design die Leihräder haben sollen.

Wenn, wie etwa von Gregor Moss, Beigeordneter unter anderem für Mobilität, gewünscht, die Verkehrsbetriebe Mobiel die Federführung für das Projekt übernehmen würden, sei es ebenso möglich, das Verleih-System »Mobiel-Rad« zu nennen. Oder auch nach einem anderen (Unternehmens-)Sponsor.

So könnten die Bielefeld-Räder aussehen. Foto: Nextbike

Bei Mobiel ist bislang noch keine Entscheidung darüber gefallen, ob neben dem E-Leih-Roller »Alma« unter Eigenregie oder als Kooperation auch Leihfahrräder angeboten werden sollen oder nicht. Cornelia Christian, Geschäftsbereichsleiterin des Mobiel-Kundenmanagements, sagt: »Wir prüfen aktuell mit der Stadt gemeinsam, was für Bielefeld Sinn ergibt. Im Herbst wird das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie vorliegen.« Dann wolle man sich für eine Variante entscheiden.

Ralf Nettelstroth, CDU-Ratsfraktionschef, sagt, dass Grundvoraussetzungen für den Verkehr der Zukunft in Bielefeld »keine Verbote, sondern vernünftige, alternative Angebote« seien. Das Nextbike-Konzept für Bielefeld binde lokale Strukturen wie die Hochschulen, Mobiel oder Bielefeld Marketing mit ein, damit, so Nettelstroth, »ein Mehrwert für die Nutzer« entstehe.

»Bielefeld fehlt ein sinnvolles Angebot mit Leihrädern«

Auch Holger Nolte, Sprecher der CDU im Stadtentwicklungsausschuss, steht hinter der Leihfahrrad-Idee: »In Bielefeld, einer Stadt mit allein 35.000 Studenten, fehlt ein sinnvolles Angebot mit Leihrädern, nicht zuletzt auch, um den Radius von Stadtbahnen und Bussen zu erweitern.«

Das Unternehmen Nextbike sagt, dass die Umsetzung des Systems innerhalb von vier Monaten möglich sei. Die Firma garantiere die Auffüllung der Stationen, Wartung, Pflege und Reparatur. Auch eine Erweiterung des Leihangebotes durch Pedelecs (Elektro-Fahrräder) sei möglich.

Die Einnahmemöglichkeiten, um die jährlichen Kosten zu tragen, seien Rahmenverträge zum Beispiel mit Stadt, Mobiel, der Studierenden-Vertretung Asta, Sponsoring, Werbeeinnahmen und die Einnahmen aus dem Verleih. Der Basistarif liege bei einem Euro pro 30 Minuten (Monatsticket zehn Euro). Käme es zu einer Kooperation mit Universität und Fachhochschule, könnten die pro Student und Semester 2,40 Euro erheben. Der Gegenwert: 30 Freiminuten pro Ausleihe pro Student.

In Nordrhein-Westfalen ist Nextbike in 16 Städten vertreten, unter anderem in Gütersloh und in Lippstadt.

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