Mi., 14.08.2019

DRK-Blutspendedienst sucht vor allem Gruppe 0 Rhesus negativ Ferienzeit: Blut ist knappes Gut

Beutel in einer Dortmunder Blutbank

Beutel in einer Dortmunder Blutbank Foto: dpa

Von Jan Gruhn

Münster/Bielefeld (WB). Die Ferien bereiten dem Blutspendedienst West des Deutschen Roten Kreuzes große Sorgen. Besonders bei einer bestimmten Blutgruppe gehen die Bestände zur Neige.

Die derzeitige Lagersituation – insbesondere bei der Blutgruppe 0 Rhesus negativ – liege in einem »durchaus kritischen Bestand«. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Mitteilung des DRK-Blutspendedienstes West hervor, der für Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland zuständig ist.

3000 Blutspenden werden im Versorgungsgebiet täglich benötigt

Der Mitteilung zufolge werden im Versorgungsgebiet mindestens 3000 Blutspenden täglich benötigt, um die Belieferung der Krankenhäuser sicherzustellen. Idealerweise, so heißt es vom Blutspendedienst, gäbe es allerdings einen Dreitagesvorrat, »um jederzeit auf einen steigenden Blutbedarf oder Krankheitswellen reagieren zu können«. Bei den Vorräten für die wertvolle Blutgruppe 0 Rhesus negativ liege man derzeit jedoch bei unter einem Tag. »Diese Blutgruppe ist deshalb so wichtig, weil sie bei fast allen Patienten eingesetzt werden kann«, erklärt Claudia Müller, Sprecherin des Blutspendedienstes West. »Sie ist mit jeder Blutgruppe kompatibel.«

Deshalb sei sie besonders in der Notfallmedizin wichtig. Laut DRK-Angaben haben allerdings nur etwa sechs Prozent der Bevölkerung 0 Rhesus negativ. »Aber auch der Bestand der Blutgruppe 0 Rhesus positiv sinkt derzeit täglich«, wird Thomas Bödeker, Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienstes West, in der Mitteilung zitiert. »Medizinische Notfälle und kritische Behandlungen machen nicht bei Ferien halt. Patienten sind jeden Tag auf lebensrettende Bluttransfusionen angewiesen.«

Wegen der geringen Haltbarkeit gibt es keine langfristigen Vorräte

Durch die geringe Haltbarkeit von Blut könnten keine langfristigen Vorräte angelegt werden, heißt es vom DRK. Besonders wichtig sei die Versorgung der Patienten mit den kurzlebigen Blutplättchen (Thrombozyten). Diese könnten nur aus frischen Blutspenden gewonnen werden und seien nur wenige Tage haltbar. Das bestätigt auch Dr. Cornelius Knabbe. Er ist stellvertretender Ärztlicher Direktor des Herz- und Diabeteszentrum NRW, zu dem der Blutspendedienst OWL gehört. Knabbe zufolge können aus einer Blutspende mehrere Komponenten gewonnen werden, die für unterschiedliche medizinische Zwecke verwendet werden. Neben den kurzlebigen Blutplättchen seien das einerseits die Roten Blutkörperchen (49 Tage haltbar), andererseits Blutplasma (gefroren bis zu drei Jahren haltbar).

»Wer in den Ferien nicht wegfährt, der sollte spenden«

Angesichts der knapper werdenden Ressourcen ruft der DRK-Blutspendedienst West alle gesunden Menschen der Blutgruppe 0 mit dem Rhesus-Faktor positiv oder negativ auf, jetzt Blut zu spenden. »Aber auch Spenden von anderen Blutgruppen werden dringend gebraucht«, sagt Claudia Müller. »Wer in den Ferien nicht wegfährt, der sollte spenden«, sagt Knabbe vom Blutspendedienst.

Wie das DRK mitteilt, kann jeder ab 18. Jahren Blutspenden, Neuspender bis zum 69. Geburtstag. Zur Blutspende muss ein amtlicher Lichtbildausweis mitgebracht werden. Männer dürfen sechs Mal und Frauen vier Mal innerhalb von zwölf Monaten Blut spenden. Zwischen zwei Blutspenden müssen 56 Tage liegen.

Mehr Infos gibt’s unter:

www.blutspende.jetztwww.blutspendedienst-owl.de

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