So., 18.08.2019

Michael Gehre führt ehrenamtlich Aufsicht im Arminia-Museum Aus Liebe zum Verein

Michael Gehre verlor als 13-Jähriger sein Herz an die alte »Alm«. Heute führt er Aufsicht im Armina-Museum.

Michael Gehre verlor als 13-Jähriger sein Herz an die alte »Alm«. Heute führt er Aufsicht im Armina-Museum. Foto: Thomas F. Starke

Von Burgit Hörttrich

Bielefeld (WB). Wann er zum ersten Mal auf der »Alm« war, daran erinnert sich Michael Gehre noch genau: »1971. Arminia spielte gegen Stuttgart. Hinterher kam heraus: eine gekaufte Partie.« Der damals 13-Jährige verlor trotzdem sein Herz an die »sympathischste Bretterbude Deutschlands«.

Deshalb sind ihm auch im Arminia-Museum unter der Westtribüne der Schüco Arena Stahlrohrgerüst und Bretter als Erinnerung an die ehemalige Holztribüne, auf der 1976 im Spiel gegen Kaiserslautern 36.000 Zuschauer gestanden hätten, die liebsten Exponate.

Michael Gehre ist immer Armina-Fan geblieben, auch in den Jahrzehnten, in denen er in Oelde gelebt hat. 2014, als er in den Ruhestand ging, sei er gefragt worden, ob es sich vorstellen könne, die Aufsicht im vereinseigenen Museum zu übernehmen. Konnte er. Längst kennt er jedes Exponat und dessen Geschichte, freut sich darüber, dass das Museum »lebt«. Gehre: »Es kommen immer Dinge hinzu, die zum Beispiel in Nachlässen entdeckt werden: alte Eintrittskarten, Wimpel, Spielaufstellungen. Es ist ein Museum von Fans für Fans.«

Besucher hielten sich in dem 220 Quadratmeter großen Raum »zwischen drei Minuten und drei Stunden« auf. Höhepunkt des Jahres: die »Nachtansichten« immer am letzten Samstag im April, wenn mehrere tausend Interessierte kommen. Gehre: »Das motiviert natürlich.«

Lob vom FC Bayern

2017 habe Arminia die Bundestagung der deutschen Fußball-Museen ausrichten dürfen – rund 30 gebe es in den drei Profiligen – und Gehre erinnert sich besonders gern an das Lob des »großen« FC Bayern München: »Als die ein Jahr später die Bundestagung veranstalten sollten, haben die gesagt, sie müssten sich anstrengen, um dass so gut hinzubekommen wie Bielefeld.«

Von der Vernetzung der Museen würden alle profitieren, sagt Gehre. Besonders gute Beziehungen gebe es zum HSV-Museum und zu Hannover 96, die allerdings »nur ein Archiv« hätten. Gehre stellt klar: »Ein Museum können nur Vereine mit Geschichte haben.«

Das Museum hat immer donnerstags von 14 bis 16 Uhr geöffnet, dazu gebe es Sonderöffnungen an Feiertagen und natürlich zu den Heimspielen; ein Museumsbesuch sei immer auch Teil der Stadionführung. Eintritt frei.

Michael Gehre ist ehrenamtlich Aufsicht – »aus Liebe zum Verein«. Die Sommerpause war für ihn eigentlich zu lang: »Gut, dass sie wieder vorbei ist.«

Dabei, sagt er, könne er sich über Leerlauf nicht beklagen. Gehre: »Zu tun ist immer was: Fragen beantworten, Material sichten und archivieren – so was.« Weggekommen sei noch nie etwas: »Die Fans behandeln die Sachen mit Respekt.«

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