Fr., 16.08.2019

Früheres Restaurant an der Rosenhöhe eröffnet neu, jedoch ohne Tagesgastronomie Das Méditerranée wird zur »Event-Villa«

Wollen im Méditerranée »das Gute bewahren und das Schlechte verbessern«: Eigentümer Robert Wüllner (44, rechts) und sein neuer Pächter Dominik Stollberg (36) mit einem Teil der alten Ausstattung im großen Saal des Restaurants.

Wollen im Méditerranée »das Gute bewahren und das Schlechte verbessern«: Eigentümer Robert Wüllner (44, rechts) und sein neuer Pächter Dominik Stollberg (36) mit einem Teil der alten Ausstattung im großen Saal des Restaurants. Foto: Markus Poch

Von Markus Poch

Bielefeld (WB). Große Abfallmulden vor dem zu Teilen denkmalgeschützten Haus mit den pompösen Sandsteinsäulen am Haupteingang künden von Veränderung: Nach drei Jahren des Leerstandes soll das frühere Restaurant Méditerranée, Brackweder Straße 66, noch in diesem Jahr neu eröffnen – allerdings nicht als Tagesgastronomie, sondern mit einem gänzlich neuen Konzept.

Alte Brackweder kennen das Haus noch unter dem Namen Tränenkrug, denn jahrzehntelang nahmen dort die Trauergesellschaften des Sennefriedhofs und des evangelischen Friedhofes Brackwede ihren Leichenschmaus ein. Seit 1983 hatte es sich als Restaurant Méditerranée einen Namen unter Gourmets gemacht. Jedoch ließen die Qualität der Speisen und des Services nach WESTFALEN-BLATT-Informationen irgendwann stark zu wünschen übrig, was 2016 die Schließung des Lokals zur Folge hatte.

Fünf ernsthafte Interessenten soll es gegeben haben, die der 1912 beziehungsweise 1924 erbauten Immobilie jetzt neues Leben einhauchen wollten. »Der seriöseste hat den Zuschlag bekommen, und das war die Firma Stollberg«, versichert Hauseigentümer Robert Wüllner, Junior-Chef des benachbarten Gartenbaubetriebes Wüllner. »Ihr Konzept ist eine stimmige Sache, die sich am Markt etablieren kann.« Am 29. Juli haben beide Parteien einen Pachtvertrag über zunächst drei Jahre unterzeichnet – mit der Option auf etliche weitere.

Mehrjährige Suche

Für Fleischliebhaber Dominik Stollberg, gelernter Bankkaufmann und seit 2009 Inhaber des gleichnamigen Ochsenbraterei- und Catering-Betriebes in dritter Generation, endet damit eine mehrjährige Suche nach einem Gebäude wie dem, das er nun gefunden hat. »Es gibt auf dem Markt eine Unterdeckung bei den ›Event-Locations‹«, sagt der 36-Jährige. »Der Bauernhof oder die Party-Deele reichen vielen Leuten nicht mehr aus, um ihre Hochzeit oder einen besonderen Geburtstag zu feiern.«

Deshalb wolle er das Méditerranée mit seinem beliebten Ambiente aus alten Sprossenfenstern, Deelenfußböden und einzelnen antiken Möbeln zu einem neuartigen Veranstaltungsraum machen, zu einem glanzvollen, aber nicht aalglatten Objekt, »was es so kein zweites Mal gibt« – geeignet für private aber auch öffentliche Anlässe. Das könnten neben Hochzeits-, Geburtstags- und Weihnachtsfeiern auch Themen- und Kochabende sein, Hausmessen, Firmenfeste, Tagungen oder monatliche Fleischverköstigungen.

»Ich muss nicht darauf warten, ob zufällig jemand kommt«

»Der große Vorteil gegenüber der Tagesgastronomie: Alles ist langfristig gebucht und dadurch planbar. Ich muss nicht darauf warten, ob zufällig jemand zum Essen vorbei kommt«, erklärt der Unternehmer. »Wegen seines noch immer guten Rufes« bleibt der Name des Lokals teilweise erhalten und lautet künftig »Méditerranée – die Event-Villa«.

Mit Veranstaltungen aller Art hat Dominik Stollberg bereits vielfältige Erfahrungen. Immerhin beansprucht er für sich und seine Firma die Fähigkeit, je nach Bedarf Gesellschaften von 40 bis zu 35.000 Personen verpflegt zu bekommen. Die Säle des Méditerranée bieten bis zu 120 Personen Platz. Im großen Garten, am Brunnen unter den alten Linden, wo die Installation einer festen Barbecue-Station vorgesehen ist, könnten 80 weitere sitzen.

Geburtstagsfeier im Jahr 2020

Augenblicklich ist jeder Gedanke an eine funktionierende Gastronomie in und an dem Altbau allerdings reine Fiktion. Denn noch herrscht dort das Chaos: Es wird radikal entmüllt, entkernt und in seiner Infrastruktur auf die neue Bestimmung vorbereitet. Die alte Holzvertäfelung soll eine frische Politur erhalten, bestimmte Wand- und Bodenpartien werden freigelegt, um sie stärker zu betonen. Stollbergs Handwerker arbeiten außerdem an einem neuen, auf die Räume und den Garten abgestimmten Beleuchtungs- und Beschallungsplan.

Ziel ist ein Tag der offenen Tür im November. »Von da an wollen wir unsere neue Villa aktiv bewerben«, sagt Stollberg. Und 2020 hat er dort eine Geburtstagsfeier geplant: Die Firma, die sein Großvater Ludwig gegründet, sein Vater Dieter bis 2009 fortgeführt hatte, wird dann 70 Jahre alt.

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