Umfrage: Nutzer favorisieren den bisherigen Standort
Das erwarten Radfahrer von der neuen Station

Bielefeld (WB). Für 2000 Fahrräder muss laut einer Prognose demnächst rund um den Hauptbahnhof Platz sein. Grund genug, die zu fragen, die es angeht: Wo soll die neue Radstation hin, was erwarten Radfahrer von ihr?

Dienstag, 20.08.2019, 11:00 Uhr
Am liebsten nicht mehr im Freien: Radstation-Nutzer wünschen sich unter anderem einen garantiert freien Stellplatz und kurze Wege. Foto: dpa
Am liebsten nicht mehr im Freien: Radstation-Nutzer wünschen sich unter anderem einen garantiert freien Stellplatz und kurze Wege. Foto: dpa

Das Berliner Unternehmen Team Red hat im Auftrag der Stadt eine Machbarkeitsstudie über eine Rad-/Mobilstation erstellt und dazu auch Radfahrer befragt. 202 potenzielle Nutzer haben im vergangenen November die Fragen beantwortet.

Von ihnen kennen die (inzwischen abgerissene) Radstation 96 Prozent. Allerdings: 30 Prozent der Befragten haben die Radstation nie genutzt, 13 Prozent nicht zum Zeitpunkt der Befragung, 16 Prozent gaben an, ihr Fahrrad täglich dort zu deponieren, 41 Prozent machen das gelegentlich. Immerhin 78 Prozent der Befragten gaben an, ihr Fahrrad täglich zu nutzen.

Neuer Standort steht noch nicht fest

Die Note 1 gaben 14,7 Prozent der Befragten der (alten) Radstation, 51,4 Prozent die Note 2, also gut, nur zusammen 2,7 Prozent geben ein Mangelhaft oder Ungenügend.

Der Standort einer neuen, dauerhaften Radstation am Hauptbahnhof stehe noch nicht fest, versichert Gregor Moss als Dezernent für Stadtentwicklung und Mobilität. Geht es nach den befragten Radfahrern, bleibt es bei dem bisherigen Standort unmittelbar neben dem Hauptbahnhofsgebäude.

Der bisherige Standort neben dem Hauptbahnhof bekommt bei den Nutzern die höchste Zustimmung, gefolgt von einer Radstation auf dem Bahnhofsvorplatz.

Der bisherige Standort neben dem Hauptbahnhof bekommt bei den Nutzern die höchste Zustimmung, gefolgt von einer Radstation auf dem Bahnhofsvorplatz. Foto: Christina Büscher

Der liegt mit klarem Vorsprung vor einem Standort »Bahnhofsplatz«. Auch das ehemalige Postgebäude – dort gibt es demnächst eine Zwischenlösung – bekommt mit 66 Prozent überwiegend Zustimmung. Auf der Bahnhofs-Rückseite an der Joseph-Massolle-Straße ist ein Fahrradparkhaus an der Bahnsteigseite auf Höhe des Cinemaxx geplant, wird in der Umfrage aber lediglich von 34 Prozent der Nutzer favorisiert.

Vom Neubau einer Radstation erwarten die Nutzer jeweils mit großer Mehrheit die Möglichkeit, das Rad abschließen zu können, dass es eine Zugangssicherung der Stellplätze gibt, die Stellplatzfläche selbst geräumig ist und möglichst nah am Bahnhof liegt. 77 Prozent wünschen sich eine Garantie für einen freien Stellplatz, 32 Prozent nummerierte Stellplätze.

Auch die Dienstleistungen, die die Kunden wünschen, wurden abgefragt. An erster Stelle steht dabei der Wunsch nach Schließfächern – zum Beispiel für Helm und Überkleidung – gefolgt von Akku-Lademöglichkeiten und personeller Besetzung während der Bring- und Abholzeiten. Reparaturservice finden 38 Prozent der Befragten wichtig, einen Fahrradverleih 37 Prozent, Umkleidemöglichkeiten wünschen sich 23 Prozent. Dass es die Möglichkeit gibt, direkt in der Radstation einen Fahrradkurier zu beauftragen, halten 69 Prozent für unwichtig, einen Fahrradverkauf ist für 74 Prozent eher Nebensache.

Einfaches Zugangssystem, Helligkeit und Schnelligkeit besonders wichtig

Bei der Ausgestaltung eines Fahrradparkhauses wünschen sich nur 18 Prozent der Befragten Doppelstockparken, 40 Prozent ein Drehkreuz, bei allen anderen Kriterien ist man sich weitgehend einig. Wichtig seien ein einfaches Zugangssystem, Helligkeit, Schnelligkeit beim Bringen und Holen des Rades, eine übersichtliche und freundliche Gestaltung, möglichst kurze Wege im Fahrradparkhaus und eine Videoüberwachung. Das Gutachten listet als weitere mögliche Dienstleistungen zum Beispiel Fahrradboxen, eine Informationsstelle für Radtouren in die Umgebung, ein Café mit Lounge und einen Raum als Wartezone auf.

Der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) fordert für die Zertifizierung als Radstation die Erfüllung von drei Basisdienstleistungen: sicheres Abstellen von Fahrrädern, Reparatur und Service für Fahrräder, Vermietung von Fahrrädern. Dazu, so der Wunsch des ADFC, könnten (sollten) diese Dienstleistungen auf für Elektro-Räder (Pedelecs) angeboten werden; es müsste also die Möglichkeit geben, Akkus aufzuladen. Zudem müsste es, so der ADFC, Abstellmöglichkeiten für Lasten - und Liegeräder geben.

Für eine Radstation mit 1000 Stellplätzen würde eine Nutzfläche von 1000 bis 1600 Quadratmetern benötigt.

Kommentare

Corinna  schrieb: 20.08.2019 11:34
Wieso haben die denn die alte Radstation abgerissen? Man sollte doch alles dafür tun, dass man möglichst viel Fahrrad fährt und weniger Autos auf der Straße sind. Hoffentlich wird die neue Station bald errichtet. Aber viele Leute können trotzdem nicht auf ihr Auto verzichten. Es muss einfach das Öko Stromnetz ausgebaut werden, damit man Co2 ärmere Lösungen im Alltag verwenden kann wie E Auto und Stromheizung.
1 Kommentare
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