Di., 20.08.2019

Festgenommener Bewohner wieder frei – Haus ist nach Brand unbewohnbar Feuer in Flüchtlingsunterkunft: Bewohner wieder frei

Dutzende Feuerwehrleute sind an der Altenhagener Straße 177 beim Brand im alten Bordell im Einsatz.

Dutzende Feuerwehrleute sind an der Altenhagener Straße 177 beim Brand im alten Bordell im Einsatz. Foto: Christian Müller

Bielefeld (WB/hz/cm). Flammen und Rauchgase bei einem Zimmerbrand in einer Asylunterkunft an der Altenhagener Straße haben das gesamte Haus unbewohnbar gemacht. Verletzt wurde bei dem Feuer in der Nacht zum Montag niemand. Ein aus dem Libanon stammender Bewohner (25) wurde wegen des Verdachts der vorsätzlichen Brandstiftung vorläufig festgenommen und wurde in eine Gewahrsamszelle des Polizeipräsidiums gebracht. Im Laufe des Montags kam der Mann dann wieder auf freien Fuß.

Die Untersuchungen am Tatort hätten ergeben, dass der Brand in dem Zimmer eines 25-jährigen Bewohners ausgebrochen sei. Es bestehe der Verdacht, dass der Bewohner sein Zimmer in Brand gesetzt habe, hieß es am Montag zunächst in einer Mitteilung der Polizei. Polizisten hätten daher den Tatverdächtigen vorläufig festgenommen und abgeführt.

Mangels dringenden Tatverdachts wurde der Libanese dann auf Weisung der Staatsanwaltschaft im Laufe des Montagsvormittags wieder aus der Polizeizelle entlassen. »Wir kennen noch nicht die Brandursache. Theoretisch könnte es auch eine fahrlässige Brandstiftung sein, verursacht etwa von einem Handy«, sagte Staatsanwältin Claudia Bosse. Fest stehe bislang nur, dass der 25-Jährige sein Zimmer verlassen habe und kurz darauf Flammen ausgebrochen seien. Ein Sachverständiger soll am Dienstag mit der Ursachenforschung beginnen.

Keine Verletzten

Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes der städtischen Einrichtung für bis zu sieben Personen meldete das Feuer in der Asylunterkunft in der Nacht zum Montag um 23.45 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich neben dem Melder drei Bewohner des ehemaligen Bordells an der Altenhagener Straße 177 im Gebäude auf. Sie konnten das Haus unversehrt verlassen und wurden im Laufe des Einsatzes von Rettungsdienstmitarbeitern untersucht.

Bei Eintreffen der ersten Brandbekämpfer drang Rauch aus dem gesamten zweigeschossigen Gebäude. Im Anbau an der Gebäuderückseite sei ein Zimmerbrand lokalisiert worden, sagte Feuerwehreinsatzleiter Thomas Epp. »Da wir keine Menschenrettung mehr vornehmen mussten, konnten wir direkt mit den Löschmaßnahmen beginnen. Für die Brandbekämpfung bildeten wir zwei Abschnitte. Diese beschränkten sich im ersten Abschnitt auf die Löschmaßnahmen im Wohnraum und die Entrauchung des Gebäudes. Im zweiten Abschnitt wurde eine Drehleiter in Stellung gebracht, um ein eventuelles Übergreifen der Flammen auf das Haupthaus zu verhindern.«

Im Einsatz waren Angriffstrupps mit zwei C-Rohren. Das Feuer war rasch unter Kontrolle, hieß es von der Feuerwehr. Mit zwei Lüftern wurde das Haus später belüftet. Wegen der giftigen Rauchgase wurde das Inventar unbrauchbar, das Haus ist vorerst unbewohnbar. Laut ersten Einschätzungen entstand ein Sachschaden von mindestens 100.000 Euro.

Mitarbeiter des Sozialamtes der Stadt organisierten in der Nacht für die Bewohner eine andere Unterkunft. Die Männer aus Marokko, Syrien und dem Libanon kamen in einem Haus an der Kreuzstraße unter. Die Brandbekämpfer waren mit Kräften von der Berufsfeuerwehr und den Löschabteilungen Heepen und Altenhagen bis zum frühen Morgen im Einsatz. Die Altenhagener Straße blieb in dieser Zeit gesperrt.

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