Di., 20.08.2019

Bundespolizei weist Kritik an Personalmangel in Bielefeld und Paderborn zurück »Wachen sind zu 85 Prozent besetzt«

Die Wache der Bundespolizei in Bielefeld ist nach eigenen Angaben gut aufgestellt.

Die Wache der Bundespolizei in Bielefeld ist nach eigenen Angaben gut aufgestellt. Foto: Bernhard Pierel

Von Florian Weyand

Bielefeld/Paderborn (WB). Der Bahnhof in Iserlohn, an dem am Samstag zwei Menschen mutmaßlich von einem 43-Jährigen erstochen wurden, gehört zu den Wachen, in denen die Bundespolizei wegen Personalmangels nicht mit der vollen Sollstärke vertreten ist. Das berichtet die »Rheinische Post«. Auch die Wachen in Bielefeld und Paderborn seien unterbesetzt, berichtet die Zeitung.

In Iserlohn, das zum Polizeidienstrevier Hagen gehört, hätten am Samstag nur 70 Prozent des vorgesehenen Personals zur Verfügung gestanden, heißt es aus Kreisen der Bundespolizei. »In der Regel ist nur etwa die Hälfte der Bahnhofsreviere durchgängig besetzt«, zitiert die Zeitung einen Insider. »Besonders kleine Reviere sind pro Tag maximal stundenweise belegt.«

Das betreffe in Nordrhein-Westfalen außer Hagen auch die Reviere Bielefeld, Bochum, Bonn, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hamm, Mönchengladbach, Oberhausen, Paderborn, Recklinghausen, Siegburg, Siegen und Wuppertal, berichtet der Informant.

Ernst Walter, der Vorsitzende der DPolG Bundespolizeigewerkschaft, sagt gegenüber der »Rheinischen Post«: »Der Sicherheit an Bahnhöfen hat man viel zu lange nicht die erforderliche Bedeutung zugemessen.« Durch die Verwendung des Personals für andere Aufgaben seien die Polizisten an den Bahnhöfen »immer mehr zu Reaktionskräften degradiert« worden, kritisiert er.

Walter beklagt: »Präventionsarbeit durch offene Streifen ist nur noch selten möglich.« Bis annähernd ausreichend Personal vorhanden sei, werde es mindestens fünf Jahre dauern, schätzt Walter.

Wachen in Paderborn und Bielefeld gut besetzt

Jürgen Gerdes, der Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion Münster, weist die Kritik zurück. Er sagt auf Nachfrage, dass die wachen in Bielefeld und Paderborn so gut besetzt seien wie lange nicht mehr. »Die Dienststelle am Bahnhof Paderborn ist zu über 85 Prozent besetzt«, sagt Gerdes.

Ähnliche Zahlen gebe für das Revier am Bahnhof in Bielefeld. Am etwa 20 Kilometer entfernten Flughafen Paderborn, wo die Beamten grenzpolizeiliche Arbeiten wahrnehmen, seien zusätzliche Bundespolizisten im Einsatz. Konkrete Zahlen, wie viele Beamte an den OWL-Standorten im Dienst sind, möchte der Pressesprecher nicht nennen.

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