Fr., 23.08.2019

48-Jährige tritt die Nachfolge von Dr. Friedrich Meschede an Végh wird Kunsthallen-Leiterin

Christina Végh übernimmt im ersten Quartal 2020 die Leitung der Kunsthalle Bielefeld.

Christina Végh übernimmt im ersten Quartal 2020 die Leitung der Kunsthalle Bielefeld. Foto: Ronald Meyer-Arlt

Bielefeld (WB). Christina Végh (48) wird im ersten Quartal 2020 die Leitung der Kunsthalle Bielefeld übernehmen. Damit tritt sie die Nachfolge von Dr. Friedrich Meschede an, der das Haus seit Juli 2011 leitet. Das teilte die Kunsthalle am Freitagmorgen mit.

Noch Anfang der Woche hatte es Irritationen gegeben: Erst wurde Végh inoffiziell als künftige Direktorin genannt, wenig später folgte das Dementi, ehe die Kunsthistorikerin ein »Kein Kommentar« ausrichten ließ. Es handele sich um ein »laufendes Verfahren, das nicht beendet sei«. Das ist jetzt der Fall.

»Mit Christina Végh, derzeit Direktorin der Kestner Gesellschaft in Hannover, gewinnt die Kunsthalle Bielefeld eine profilierte Kunsthistorikerin, die sich mit viel beachteten Ausstellungen und einem internationalen Programm einen Namen gemacht hat und über weitreichende Verbindungen in der internationalen Kunstszene verfügt«, wird Georg Fortmeier, Aufsichtsratsvorsitzender der Gemeinnützigen Betriebsgesellschaft Kunsthalle Bielefeld, in der Mitteilung zitiert.

»Ich freue mich, dem Ruf an die Kunsthalle Bielefeld zu folgen, die für ihre ausgezeichnete Sammlung in einer einmaligen Architektur internationales Ansehen genießt. So gesehen locken mich Frank Stella und Charlotte Posenenske, Max Beckmann, Agnes Martin und andere – sowie natürlich Philip Johnson«, sagte Végh selbst.

Aufstockung von Budget und Ankaufsetat wichtige Voraussetzungen

Die in der nächsten Zeit anstehende Renovierung biete die Möglichkeit, das Haus für die Zukunft mitzugestalten und nicht nur durch Ausstellungsformate und neue Kommunikationsformen, sondern auch räumlich an einem Museum für das 21. Jahrhundert mitzuarbeiten. Die Aufstockung von Budget und Ankaufsetat durch die Gesellschafter seien laut Végh wichtige Voraussetzungen für ein Gelingen und positives Signal für die Zukunft.

»Gemeinsam mit einem hochmotivierten Team und dem Rückhalt seitens der Gesellschafter wird es darum gehen, neue Formen der Verzahnung von Sammlung und Wechselausstellung zu entwickeln und das Haus verstärkt nach außen zu öffnen«, sagte Végh.

Mit Preis für Kunst- und Architekturvermittlung ausgezeichnet

Christina Végh wurde in Zürich geboren, sie begann ihre kuratorische Laufbahn im Jahr 2000 an der Kunsthalle Basel, wo sie mit Peter Pakesch und Adam Szmczyk arbeitete. 2003 erhielt sie ein Kuratorenstipendium bei dem ISCP, International Studio & Curatorial Program, New York. Von 2004 bis Mai 2015 leitete Végh als Direktorin den Bonner Kunstverein.

Für die die erfolgreiche Programmatik und Neuausrichtung dieser Institution, verbunden mit Fundraising und baulicher Sanierung, wurde Végh 2010 von der schweizerischen Kunstkommission des Eidgenössischen Bundesamtes für Kultur mit dem Preis für Kunst- und Architekturvermittlung ausgezeichnet. Seit Mai 2015 ist sie Direktorin der Kestner Gesellschaft in Hannover.

Dort hat sie die Programmatik des Hauses weiter entwickelt und bedeutende internationale Positionen zeitgenössischer Kunst präsentiert. Ihre kuratorische Arbeit zeichnet sich durch generationenübergreifende, experimentelle wie interdisziplinäre Ansätze aus, die gesellschaftliche Fragen und Wissensproduktion verhandeln.

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