Sa., 24.08.2019

Irritationen tragen nicht zu einem positiven Image bei Kommentar zur Kunsthalle: Machen lassen

Rund um die Ernennung der neuen Kunsthallen-Direktorin gab es in dieser Woche Irritationen.

Rund um die Ernennung der neuen Kunsthallen-Direktorin gab es in dieser Woche Irritationen. Foto: Thomas F. Starke

Bielefeld (WB). Bei der Ernennung von Christina Végh als neue Direktorin der Bielefelder Kunsthalle gab es erst Irritation, am Freitag dann Klarheit. Die Politik und sogenannte »interessierte Kreise« bringen die Kunsthalle immer wieder negativ ins Gespräch, die sich selbst nichts hat zu Schulden kommen lassen, findet Burgit Hörttrich in ihrem Kommentar.

Seit inzwischen 15 Monaten schaffen es Politik und sogenannte »interessierte Kreise« immer wieder, die Kunsthalle negativ ins Gespräch zu bringen. Wobei – und das sei hier noch einmal ausdrücklich festgehalten – die Kunsthalle selbst sich nichts hat zu Schulden kommen lassen, vielmehr als Spielball herhalten musste.

Die Nicht-Verlängerung des Vertrages von Kunsthallen-Direktor Dr. Friedrich Meschede bildete den Auftakt für eine Abfolge von Irritationen, die nicht eben zu einem positiven Image des renommierten Ausstellungshauses in der (überregionalen) Kulturszene beigetragen haben. Darauf folgte die Idee von Oberbürgermeister Pit Clausen, die er ausgerechnet zum 50-jährigen Kunsthallen-Jubiläum äußerte, Verkäufe aus der Sammlung möglich zu machen. Speziell ging es dabei um ein wertvolles Bild von Gerhard Richter, für das eine Kaufanfrage aus Übersee vorlag. Der OB schien nicht abgeneigt. . .

Végh machen lassen

Das Ausschreibungsverfahren für die Meschede-Nachfolge verlief dann angenehm ruhig – zunächst. Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung bemühten sich um absolute Diskretion – vergebens. Als die Personalentscheidung offenbar schon gefällt worden war, wurde der Name durchgestochen. Warum und von wem – darüber ließe sich trefflich spekulieren. Peinlich war es allemal.

So peinlich, dass Christina Végh fast noch im letzten Moment einen Rückzieher gemacht hätte. Auf ihr lastet jetzt nicht nur die Aufgabe, Besucher von den von ihr kuratierten Ausstellungen zu überzeugen, nicht nur die Aufgabe, den Planungsprozess für die Sanierung der Kunsthalle mitzugestalten, sondern auch, den (unverschuldet) lädierten Ruf des Hauses wiederherzustellen.

Sie hat jedenfalls erheblich mehr Geld zur Verfügung als die Kunsthalle bisher, die von der Stadt seit 1996 (!) auf Nulldiät beim Ankaufsetat gesetzt wurde. Jetzt ist es an Christina Végh, etwas daraus zu machen. Und an der Bielefelder Politik und den »interessierten Kreisen«, sie auch machen zu lassen.

 

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