Sa., 31.08.2019

Auftritt in Essen: LED-Leinwand fällt herunter - Kripo ermittelt - Schwerverletzte außer Lebensgefahr 28 Verletzte bei Konzert von Casper und Marteria: »Wir sind tief betroffen«

Die zerbrochene LED-Leinwand liegt neben einer Bühne.

Die zerbrochene LED-Leinwand liegt neben einer Bühne. Foto: dpa

Essen (dpa/WB/acl). Mit ihrem Konzert in Essen wollten der Bielefelder Rapper Casper und sein Kollege Marteria eigentlich den Abschluss ihrer Tour feiern. Doch ein schweres Unwetter überschattet den Auftritt am Samstagabend. 28 Konzertgänger werden verletzt. Zwei von ihnen sogar lebensgefährlich.

Die beiden Betroffenen schwebten am Sonntag glücklicherweise nicht mehr in Lebensgefahr. Das sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag.

Die Zahl der Verletzten variierte zunächst, war erst von zehn Verletzten die Rede, teilte die Essener Feuerwehr am späten Samstagabend mit, dass 20 Menschen verletzt wurden, zwei von ihnen schwer. Kurz nach Mitternacht wurde die Zahl dann noch einmal nach oben korrigiert: auf 28.

Eine nach Angaben der Konzertagentur Four Artists – die unter anderen Marteria betreut – etwa vier Mal acht Meter große LED-Leinwand am linken Bühnenrand stürzte laut Feuerwehr gegen 21 Uhr durch den starken Wind ins Publikum. Die Polizei sprach von herabgestürzten Bühnenteilen.

Statement von Casper und Marteria

Casper und Marteria äußerten sich am Sonntag in einem Statement zu den Vorkomnissen. Der Bielefelder mit lippschen Wurzeln schrieb bei Instagram : »Wir sind tief betroffen und wünschen allen Verletzten schnelle Genesung, wir denken an euch! Wir danken allen Fans vor Ort für ihr Verständnis für den Abbruch und ihre Hilfsbereitschaft. Wir hoffen dass ihr alle gut nach Hause gekommen seid. «

Er dankte zudem den Einsatzkäften und den Behörden vor Ort »für ihr professionelles Handeln und ihre Unterstützung. Man sei mit allen Parteien im engen Austausch

»Wir suchen auch nach Möglichkeiten, das Konzert nachzuholen, aber das allerwichtigste ist jetzt erstmal die Gesundheit der Betroffenen«, so der Musiker.

18.000 Besucher

18.000 Besucher (am Samstag war erst von 20.000 die Rede gewesen) seien bei dem Open-Air-Konzert am Essener Baldeneysee gewesen, wo die beiden Rapper im Rahmen ihrer Tour zum gemeinsamen Album »1982« auftreten sollten.

Die Verletzten wurden auf Essener Krankenhäuser verteilt. 18 von ihnen wurden nach Angaben der Feuerwehr leicht verletzt. Ob bei den beiden Schwerverletzten Lebensgefahr besteht, war zunächst unklar. Ärzte betreuten vor Ort etwa 150 Menschen. Zahlreiche Besucher erlitten einen Schock. Der Polizei zufolge konnten viele nach ambulanter Behandlung wieder entlassen werden. Dunkelheit und Regen erschwerten den Einsatz.

Kurzes, aber heftiges Gewitter

Das Gewitter war laut Deutschem Wetterdienst (DWD) um kurz nach 21 Uhr über Teile des Ruhrgebiets gezogen. Dabei gab es Windgeschwindigkeiten von bis zu 75 Stundenkilometern. Zuvor hatte der DWD vor Unwettern der Stufe 2 gewarnt.

Trotz der herabstürzenden Bühnenteile und der vielen Verletzten sei im Publikum keine Panik entstanden, erklärten Walterscheid und die Konzertagentur Four Artists übereinstimmend. Über Lautsprecher gaben die Veranstalter den Abbruch des Konzerts wegen eines technischen Defekts bekannt.

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Sowas habe ich in 15 Jahren noch nicht erlebt.

Holger Walterscheid, Betreiber der Konzert-Location

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»Da gab es auch Buh-Rufe. Aber insgesamt sind die Leute sehr entspannt geblieben und haben das Gelände besonnen verlassen«, sagte Holger Walterscheid. Er ist Betreiber der Konzert-Location und hat so ein Gewitter noch nicht erlebt. »Das Ganze dauerte eine Minute. Sowas habe ich in 15 Jahren noch nicht erlebt. Wir kennen hier am Seeufer eigentlich jede Wetterlage.«

Nach Feuerwehrangaben hatte der Deutsche Wetterdienst gegen 19.30 Uhr eine Gewitterwarnung herausgegeben. »Es gab ein kurzes, aber heftiges Gewitter«, sagte der Sprecher. Der Feuerwehr zufolge hatten die Musiker ihren Auftritt zunächst fortgesetzt. »Schwere Regengüsse beendeten kurz darauf das Konzert von Marteria und Casper«, hieß es. Die Besucher hätten die Veranstaltung danach ganz normal verlassen, sagte ein Polizeisprecher. Sie seien mit Shuttle-Bussen in die Stadt gebracht worden oder warteten auf die S-Bahn.

Polizei inspiziert die Bühne

Die Kripo übernahm die Ermittlungen zur Unfallursache und sperrte den Unglücksort ab. Polizisten mit Helm und Schutzweste inspizierten am späten Abend die Bühne, wie ein dpa-Reporter berichtete. Die LED-Wand lag zertrümmert neben der Bühne.

Die genaue Unglücksursache war am Sonntag noch Gegenstand von Ermittlungen.

 

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