Tierpark soll um eine historische Hofstelle erweitert werden – Kosten: zwei Millionen
Alte Haustierrassen statt Hockeyschläger

Bielefeld (WB). Am Wochenende fand auf dem Hockeyplatz in Olderdissen das letzte Spiel statt. Jetzt soll auf der Fläche als Tierpark-Erweiterung eine historische Hofstelle nachgebildet werden.

Mittwoch, 04.09.2019, 11:00 Uhr
Steht jetzt dem Tierpark zur Verfügung: der Hockeyplatz in Olderdissen. Foto: Bernhard Pierel/Archiv
Steht jetzt dem Tierpark zur Verfügung: der Hockeyplatz in Olderdissen. Foto: Bernhard Pierel/Archiv

Das schlägt der städtische Umweltbetrieb (UWB) der Politik vor. Zwei Millionen Euro müssten dafür aufgewendet werden. Das reale Leben in einer Hofstelle mit alten Haustierrassen fehle bis dato im Tierpark und könne auf dem Hockeyplatz wieder erlebbar gemacht werden, so UWB-Chefin Margret Stücken-Viernau. Die Errichtung einer begehbaren Hof-stelle mit Nebengebäuden könne auf der Fläche gut verwirklicht werden. Die Kombination aus bäuerlicher Tierhaltung und der Aufklärung über die Ernährung seien in Anbetracht der aktuellen Diskussion zur Klimaentwicklung zentrale Themen der Zukunft. Auch für eine Erweiterung des überlasteten Tierpark-Spielplatzes gebe es noch genügend Platz auf dem Areal.

CDU und FDP hatten im vergangenen Jahr in Gesprächen mit dem DSC Arminia erreicht, dass dieser auf den kaum noch genutzten Hockeyplatz verzichtete. Damit steht dem Tierpark der Platz als Erweiterungsfläche zur Verfügung. Beide Parteien hatten eine Bürgerbefragung gestartet, was dort entstehen könnte. Auch dabei waren die meisten Stimmen für die Einbeziehung alter Haustierrassen abgegeben worden.

Die Lions-Hilfe stellt »einen namhaften fünfstelligen Betrag« in Aussicht

Der Heimat-Tierpark Olderdissen sei aus einer alten Hofstelle, dem Meierhof, hervorgegangen und habe immer den Charakter dieser Hofstelle erhalten mit der landschaftsangepassten Erweiterung der bis heute bestehenden Gehege, so Stücken-Viernau. Dies könne jetzt weiter ergänzt werden. Beispielhaft für Bielefeld seien ähnliche Konzept in den Tierparks Güstrow oder Nordhorn.

Möglich sei die Haltung alter Haustierrassen wie der Rinderrasse »Deutsche Schwarzbunte«, des »Deutschen Landschweins« oder der »Deutschen Edelziege«, selten gewordene Hühnerrassen und auch Kaltblutpferde.

Zur Umsetzung des Konzepts werden geschätzt Investitionen in Höhe von zwei Millionen Euro erforderlich. Die Finanzierung soll zum einen über den Wirtschaftsplan des Umweltbetriebes und zum anderen über Spendenmittel erfolgen.

Die Lions Hilfe Bielefeld habe bereits »einen namhaften fünfstelligen Betrag« in Aussicht gestellt. Für den Betrieb der neuen Anlage müssten zwei zusätzliche Tierpfleger-Stellen eingerichtet werden. Den Personalaufwand beziffert der UWB auf jährlich 90.000 Euro.

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