So., 08.09.2019

Zirkus des Horrors lässt sich bei seiner ausverkauften Premiere feiern Gänsehaut in der Manege

Akrobatik auf hohem Niveau – auch das ist der Horrorzirkus, der noch bis zum 22. September in Brackwede am Gleisdreieck gastiert.

Akrobatik auf hohem Niveau – auch das ist der Horrorzirkus, der noch bis zum 22. September in Brackwede am Gleisdreieck gastiert.

Bielefeld (WB/kw). Der Weg in die Manege führt durch eine Gummizelle und vorbei an schauerlichen Gestalten – blutverschmiert, debil und angsteinflößend. Der Zirkus des Horrors hält was er verspricht, von der ersten Minute an.

»Asylum« titelt das nunmehr dritte Programm dieses besonderen Zirkus, und in der Tat fühlt sich der Besucher gleich in eine Irrenanstalt versetzt, oder besser noch in ein Labor eines Frankensteins. Entstellte Gesichter, blutigen Narben, zerrissene Kleidung, die Artisten humpeln durch die Manege, angetrieben von dem sadistischen Professore Salvatore dei Morti.

Doch seine Patienten geraten außer Kontrolle und zeigen, was wirklich in ihnen steckt: Körperbeherrschung und Mut, kurzum Akrobatik auf hohem Niveau, denn auch das ist der Zirkus des Horrors. Und wenn Johnny Cognetti alias Jesus Barbone in einer Zwangsjacke mit einem überdimensioniertem Hula Hoop-Reifen tanzt, dann ist daseine bizarre Poesie und von verstörender Ästhetik.

Piercing mit Injektionsnadeln

Milano Kaiser alias Clown Brian Ernest zählt zu den Stars im Zirkusteam. Es scheint, als warteten die Zuschauer nur darauf, von ihm in die Manege geholt zu werden. Bei der Premiere hat es Kai Vollmer erwischt. Der 16-Jährige macht jede Gemeinheit des Horrorclowns mit und erntet dafür tosenden Applaus. Natürlich fließt auch Blut in der Manege. Kurt Späth alias Leopold Kufstein pierct sich mit Injektionsnadeln, schlägt sich einen Nagel in die Nase und schlitzt sich den Unterarm – zur merkwürdigen Verzückung der Besucher. Sie haben für Horror gezahlt und reichlich Gänsehaut bekommen.

Gänsehaut bekommt Sören Massmann vielleicht nicht mehr, aber seine Begeisterung ist nach wie vor ungebrochen. Die Premiere war seine insgesamt 39. Zirkusvorstellung, die er besucht hat. Der junge Mann aus Halle reist durch ganz Deutschland, um das Team um Zirkusfamilie Sperlich zu sehen. Und er ist nicht alleine. Er ist eines von 150 Fanclub-Mitgliedern, die dem Zirkus des Horrors huldigen.

Fanclub trifft sich im September in Bielefeld

Die Zahl der Follower in den sozialen Medien sei zehnmal so hoch, wie Sören Massmann sagt. Die Mitglieder teilen Hintergrundinformationen, wissen zum Beispiel das Kurt Späth schon in der Super-Talent-Show bei RTL aufgetreten ist, und sie sind sicher, dass echtes Blut fließt, wenn er das Messer in seinen Unterarm versenkt.

»Wir treffen uns auch einmal im Jahr, diesmal in Bielefeld«, erzählt Sören Massmann nach der Vorstellung. Der gemeinsame Besuch einer Zirkusvorstellung steht selbstverständlich auf dem Programm – vorher geht es in den Tierpark Olderdissen.

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