Do., 12.09.2019

Graffiti-Wand für legales Sprayen soll in Bielefeld entstehen »Hall of Fame« auf dem Weg

Die Wand soll vor dem Bahndamm entstehen – das ist der Wunsch von Björn Klaus (SPD/von links), Bernd Ackehurst (Grüne) und Michael Gugat (Piraten/Bürgernähe).

Die Wand soll vor dem Bahndamm entstehen – das ist der Wunsch von Björn Klaus (SPD/von links), Bernd Ackehurst (Grüne) und Michael Gugat (Piraten/Bürgernähe). Foto: Oliver Schwabe/Archiv

Von Burgit Hörttrich

Bielefeld (WB). Im Frühjahr 2020 könnte sie stehen, die »Hall of Fame«. Das hofft Björn Klaus, SPD-Mitglied im Kulturausschuss und einer der Ideengeber einer Wand für legales Graffiti.

Die natürlich mehr eine »Wall of Fame« wäre. Die Planungen sind weit gediehen, so Dr. Udo Witthaus in seiner Mitteilung an den Kulturausschuss. Ein Bauantrag sei nicht nötig, da es sich um ein Kunstwerk im öffentlichen Raum handeln würde.

Entstehen soll die Wand, eigentlich Wände, die im rechten Winkel aufgestellt werden sollen, zwischen Bahndamm und Mindener Straße. Ihre Länge, sagt Björn Klaus, solle etwa 35 Meter betragen, weil sie aber beidseitig besprayt werden könnten, stünden rund 70 Meter Wandfläche zur Verfügung. Er weist darauf hin, dass es bereits seit vielen Jahren keine legalen Möglichkeiten für Graffiti-Künstler in Bielefeld gebe, sich zu betätigen – es sei denn, sie würden dazu beauftragt.

Geplant sei auch eine Beleuchtung des Bereiches, um »keine dunklen Ecken entstehen zu lassen«. Die Wände selbst würden vermutlich aus Beton(-fertigteilen) errichtet. Björn Klaus kann sich vorstellen, die »Hall of Fame« als Auszubildenden-Projekt etwa für den Umweltbetrieb frei zu geben: »Azubis des Umweltbetriebes haben zum Beispiel auch den Platz zwischen Musik- und Kunstschule und Sparrenburg angelegt.« Es habe bereits erste Gespräche gegeben.

»Urbane Möglichkeit, sich künstlerisch auszudrücken«

Graffiti-Kunst, so die Initiatoren im Frühjahr dieses Jahres, sei »eine urbane Möglichkeit, sich künstlerisch auszudrücken«. Mit einbezogen werden solle der Verein »hoch2«. Im Prinzip, sagt Björn Klaus, solle die Szene die Nutzung selbst regeln. Wie lange ein Graffito auf einer der legalen Wände zu sehen sein werde, hänge von der Sprayer-Community selbst ab. Die Wandbilder würden von den Machern aber immer fotografisch dokumentiert.

Inzwischen, so Kultur-Dezernent Udo Witthaus, sei der Landschaftsarchitekt Andreas Winter mit der Planung befasst. Unterlagen wie Katasterplan und Baumbestandsplan habe die Stadt ihm bereits zur Verfügung gestellt.

Sobald der Plan inklusive einer Kostenschätzung vorliege, werde es eine Beschlussvorlage für die Politik geben. Witthaus geht davon aus, dass die Gremien im Oktober oder November darüber abstimmen werden. Die Kosten, meint Björn Klaus, könnten wohl vom Haushalt des Kulturdezernates übernommen werden: »Sonst müssen wir Sponsoren finden.«

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