Fr., 13.09.2019

Vorbestrafter Bielefelder soll Verbindungen zur organisierten Kriminalität haben Ex-Rocker angeklagt: Opfer krankenhausreif geprügelt

Im Amtsgericht Bielefeld wird dem Ex-Rocker der Prozess gemacht.

Im Amtsgericht Bielefeld wird dem Ex-Rocker der Prozess gemacht. Foto: Peter Bollig

Von Jens Heinze

Bielefeld (WB). Der vorbestrafte Bielefelder Ex-Rocker Umut O. (32) beschäftigt mal wieder die hiesige Justiz. Der Mann soll im Club Stereo an der Vergnügungsmeile Boulevard im Neuen Bahnhofsviertel grundlos einen Discogast krankenhausreif geschlagen haben, heißt es von der Staatsanwaltschaft. Dem Ex-Rocker werden Verbindungen zur organisierten Kriminalität nachgesagt.

Angeklagt: Der Bielefelder Ex-Rocker Umut O.

Das Opfer soll bereits auf dem Boden gelegen haben, als ihm Kampfsportler Umut O. mehrere Faustschläge verpasst haben soll. In der Anklage ist von wuchtigen Hieben unter anderem gegen den Kopf die Rede. Diese sollen dazu geführt, dass der Discogast erhebliche Prellungen an Gesicht und Oberkörper erlitten haben soll und von einem Arzt behandelt werden musste.

Die Aggressionen gingen den Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft zufolge anfangs vom Opfer aus. In jener Nacht zum Pfingstmontag wollten Türsteher, zu denen sich auch Umut O. zählte, den sichtbar angetrunkenen Gast aus der Disco werfen. Der gelangte aber in den Kassenbereich und griff den Kampfsportler mit Schnapsgläsern an. Ein Kollege des Angeklagten eilte zu Hilfe, es kam zum Gerangel. Der zweite Türsteher landete mit dem Rücken auf dem Boden, das Opfer fiel auf ihn.

Fünf kräftige Hiebe gegen den Kopf des Discogastes

Ex-Rocker Umut O. versuchte nun, den unerwünschten Gast zu fixieren und von seinem Kollegen zu ziehen. Der Betrunkene wehrte sich massiv. Der Mann war erst zu bändigen, als ein dritter Türsteher eingriff. Danach soll Umut O. dem überwältigt auf dem Boden liegenden Opfer zwei heftige Faustschläge gegen den Kopf verpasst haben. Diese waren nach Auffassung der Staatsanwaltschaft genauso grundlos wie drei folgende schwere Hiebe, die der Ex-Rocker kurz darauf austeilte.

Der erste Versuch, Umut O. mehr als 15 Monate nach der gefährlichen Körperverletzung an Pfingstmontag 2018 vor dem Bielefelder Amtsgericht den Prozess zu machen, scheiterte. Der Ex-Rocker meldete sich als krank und nicht verhandlungsfähig.

Umut O. ist wegen anderer Gewalttaten bereits polizeibekannt

Der 32-jährige Angeklagte ist bei Polizei und Justiz bereits wegen anderer Gewalttaten sowie wegen illegalem Waffenbesitz, Fahrerflucht und Urkundenfälschung bekannt. Wie es aus dem Umfeld des kriminellen Kampfsportlers heißt, laufen gegen Umut O. aktuell weitere Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzungen und Bedrohungen.

Diese Verfahren sind aber offenbar nur die Spitze des Eisberges der kriminellen Aktivitäten des Bielefelders. Dem 32-Jährigen werden Kontakte zu Mafia-Clans in Deutschland, Serbien, Italien, Südfrankreich, Spanien und der Türkei nachgesagt. Umut O. soll zudem sehr gute Beziehungen zu kriminellen Kampfsportlern, in die Rocker- und Hooliganszene sowie ins Rotlichtmilieu pflegen. Die von Umut O. begangenen Delikte reichen quer durchs Strafgesetzbuch, heißt es von Ermittlern. Der Ex-Rocker wird mit Erpressung Misshandlung, Freiheitsberaubung, Bedrohung, Landes- und Hausfriedensbruch, schweren Körperverletzungen, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Führerscheinfälschungen in Verbindung gebracht.

Gegen den Bielefelder wurde sogar wegen Mordversuchs ermittelt

Sogar wegen Mordversuchs wurde gegen den 32-Jährigen ermittelt. Ihm wurde vorgeworfen, bei einem Erpressungsversuch im Februar 2016 auf die Villa eines reichen Unternehmers im rheinländischen Rheurdt geschossen haben. Sieben Monate später wurde der Bielefelder vom SEK in Krefeld gefasst und verhaftet.

Fast hätte sich Umut O. erneut wegen eines Kapitalverbrechens schuldig gemacht. Als im April diesen Jahres sein BMW zertrümmert wurde, kündigte er in sozialen Medien einen blutigen Rachefeldzug mit Kumpanen seiner Mafiaverbindungen gegen die Täter an. Bielefelder Polizisten schritten ein, um Umut O. zu stoppen.

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