Fr., 13.09.2019

Brutplätze im Durchgang zwischen Parkhaus und Tedi-Markt werden verschlossen Taubenschützer retten zwölf Küken

Die Lüftungsrohre dieses Durchgangs werden verkleidet, um den Stadttauben die Nistmöglichkeiten zu nehmen.

Die Lüftungsrohre dieses Durchgangs werden verkleidet, um den Stadttauben die Nistmöglichkeiten zu nehmen. Foto: Markus Poch

Bielefeld (WB/mp). Die Tauben im Stadtzentrum haben es nicht leicht: Von immer mehr Brutplätzen werden die standorttreuen Tiere mit Vergrämungsmaßnahmen endgültig vertrieben, weil Anwohner und Passanten die Kothaufen im Umfeld der Nester und der Sitzplätze beklagen. Tierschützer müssen dann immer anrücken, um die Küken zu retten.

Jüngstes Beispiel ist der Durchgang zwischen dem Parkhaus »Am Hauptbahnhof« und dem Tedi-Markt an der Mindener Straße. Fußgänger, die von der Mindener Straße in Richtung der Teichstraße gehen wollen, kennen diese Abkürzung und ärgern sich täglich über den Taubendreck. Auf den Lüftungsrohren, die dort unverkleidet aber wettergeschützt unter der Decke verlaufen, hatten sich schon vor Jahren Tauben zum Brüten angesiedelt. Mit der Zeit wurden es immer mehr, und bei Parkhausleiterin Petra Schneider häuften sich die Beschwerden über Verunreinigungen.

Jetzt arbeitet die Baufirma Dilmac in ihrem Auftrag an der Einhausung der Lüftungsrohre und sämtlicher Vorsprünge in diesem Bereich, so dass sie als Brutplätze nicht mehr in Frage kommen. Zuvor hatte Petra Schneider den Tierschutzverein informiert, damit dieser sich um die Bergung der Jungvögel kümmern konnte.

»Stadt hat kein Konzept«

»Aus acht Nestern haben wir zwölf Küken gerettet«, berichtet Helmut Tiekötter, Chef des Tierschutzvereins. Angela Scholvin und Gerlinde Althoff von der Stadttaubengruppe hätten beim Absammeln der Jungtiere vom Entgegenkommen der Handwerker profitiert, die ihnen das mehrere Meter hohe Arbeitsgerüst zur Verfügung stellten. Die zwölf Küken sind im Tierheim gelandet und sollen in dessen Umgebung später ausgewildert werden.

Tierkötter weist darauf hin, dass die Stadt nach wie vor kein Konzept habe, die Menge an Tauben dauerhaft zu reduzieren. Ein einziges Taubenhaus, in dem den Tieren Eierattrappen untergelegt werden, sei nicht genug.

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