Fr., 13.09.2019

Obduktion abgeschlossen – »Wir gehen von einem Arbeitsunfall aus« – mit Video Hochhaussturz: 27-Jähriger als Todesopfer

Ein 27-Jähriger stürzte aus dem früheren Telekom-Hochhaus.

Ein 27-Jähriger stürzte aus dem früheren Telekom-Hochhaus. Foto: Christian Müller

Von Stefan Biestmann

Bielefeld (WB). Bei dem Mann,  der am Mittwoch aus dem ehemaligen Telekom-Hochhaus gestürzt ist, handelt es sich um einen 27-jährigen Mann aus Polen. Das berichtete am Donnerstag Staatsanwalt Veit Walter auf WESTFALEN-BLATT-Anfrage. Der Arbeiter sei an einem Poly-Trauma in Verbindung mit einem Schädel-Hirn-Trauma gestorben. Dies hat nach Angaben von Walter die Obduktion am Donnerstagnachmittag ergeben.

»Wir gehen von einem Arbeitsunfall aus«, berichtet Walter. Der Mann sei bei Abriss- und Entkernungsarbeiten aus dem Fenster des 17. Stocks gefallen. Die Ermittler gehen nicht davon aus, dass wie zunächst vermutet der 27-Jährige auf einer Leiter gestanden und sein Gleichgewicht verloren habe.

Momentan prüft das Dezernat für Arbeitsschutz der Bezirksregierung Detmold, ob alle Arbeitsschutzbestimmungen beim Umbau des Hochhauses eingehalten wurden.

Mann war tätig für einen Unternehmen aus Monheim

Nachdem sich am Mittwoch Staatsanwaltschaft und Polizei noch bedeckt hielten, ist mittlerweile auch klar, für welches Unternehmen der Bauarbeiter tätig war. Nach Angaben von Veit Walter erledigte der polnische Staatsbürger die Arbeiten für ein Unternehmen aus Monheim. Diese Firma sei wiederum ein Subunternehmen der von der Goldbeck-Gruppe mit den HochhausArbeiten beauftragten Abbruchfirma aus Herze­brock-Clarholz.

Wie berichtet, hat die Goldbeck-Gruppe vor einem Jahr das mit 78 Metern höchste Gebäude der Stadt gekauft und lässt es derzeit entkernen. Im Inneren sollen die Büros auf den neuesten Stand gebracht werden. Außerdem ist eine brandschutztechnische Sanierung vorgesehen. Am Mittwoch gegen 10.50 Uhr stürzte dann der Arbeiter aus etwa 70 Metern Höhe nach unten. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen. »Wir sind von diesem Todesfall zutiefst betroffen«, teilte die Goldbeck-Gruppe mit.

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