Mi., 18.09.2019

»Desolate Zustände« im Offenen Ganztag an der Grundschule Brake Kinder müssen auf dem Flur essen

Küche, Speiseräume und Toiletten sind an der Grundschule Brake in schlechtem Zustand.

Küche, Speiseräume und Toiletten sind an der Grundschule Brake in schlechtem Zustand. Foto: Hans-Werner Büscher/Archiv

Von Michael Schläger

Bielefeld (WB). Eltern der Grundschule Brake schlagen Alarm. Küche, Speiseräume und Toiletten seien in einem katastrophalen Zustand. Jetzt haben sie eine Eingabe an den städtischen Bürgerausschuss gerichtet.

150 der 400 Schülerinnen und Schüler an der Grundschule Brake nutzen das offene Ganztagsangebot (OGS). Träger ist der Stadtsportbund. 30 Kinder haben erst gar keinen Platz bekommen. Die zur Verfügung stehenden Räume in der größten Bielefelder Grundschule entsprechen längst nicht mehr den immer weiter gestiegenen Anforderungen.

»Eine Gefahrenquelle für die Beschäftigten«

»Die Küche ist in einem desolaten Zustand«, heißt es in der Eingabe. »Leisten sowie Rückwände und Arbeitsplatte sind aufgequollen vom Wasser.« Es gebe keine Blenden unter den Küchenschränken. Der Boden sei rutschig vom Wasserdampf der Spülmaschine. »Eine Gefahrenquelle für die Beschäftigten.« Zudem sei die Küche nur 21 Quadratmeter groß. Schränke könnten nur geöffnet werden, wenn zuvor alle Geräte auf den Flur geschoben würden.

Im Speiseraum sieht es nicht viel besser aus. Auch er ist viel zu klein. 17 Kinder müssen inzwischen an einem Tisch im Flur essen. Denn Platz ist nur für maximal 64 Kinder, und das auch nur, wenn ein benachbarter Kursraum mitgenutzt wird. Die Lautstärke in den engen Räumen sei beträchtlich, belaste Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Das Mobiliar sei ungeeignet. Die Tische seien größer als nötig. Vor allem kleinere Kinder müssten sich weit auf die Tische lehnen oder klettern, um Besteck und Getränke zu erreichen.

Zum Händewaschen nur kaltes Wasser

Auch die Toilettenanlagen stehen in der Kritik. Viele Schülerinnen und Schüler nähmen lieber Bauchschmerzen in Kauf statt die veralteten Anlagen zu nutzen. Das Urinal in der Jungentoilette hat keine Spülung. Zudem sei es eine Rinne ohne Trennwände, sodass keine Privatsphäre bestehe. Zum Händewaschen gibt es nur kaltes Wasser. Vor allem im Winter ein Problem.

Bereits zweimal, Ende 2018 und im Januar dieses Jahres, hätten Schulpolitiker die Räumlichkeiten besichtigt. Passiert sei seitdem nichts. Eine pädagogische Arbeit im offenen Ganztag sei nicht ausreichend möglich. Es gehe oft nur um die Beaufsichtigung einer großen Masse von Kindern. Die Folge: Die OGS verliere weitere ausgebildete Fachkräfte. In einem Projekt haben die Kinder im offenen Ganztag zusammen mit Annika Schnittger, der pädagogischen Leiterin der OGS, die Mängel in einem Video und in Fotos dokumentiert. Am Dienstag, 24. September, wollen sie ihre Erkenntnisse den Politikern im Bürgerausschuss vorstellen. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr im Nowgorod-Raum des Alten Rathauses.

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