Mi., 18.09.2019

CDU fürchtet Verdrängung des Verkehrs auf innerstädtische Straßen Politik beschließt Tempo 80 auf dem OWD

Blitzer auf dem Ostwestfalendamm in Bielefeld.

Blitzer auf dem Ostwestfalendamm in Bielefeld. Foto: Thomas F. Starke

Bielefeld (WB/bp). Auf dem Ostwestfalendamm gilt künftig immer Tempo 80. Das beschlossen Dienstagabend im Stadtentwicklungsausschuss SPD, Grüne, Linke und Bürgernähe; CDU und »Bielefelder Mitte« (BiMi) sagten nein.

Olaf Lewald, Leiter des städtischen Amtes für Verkehr, geht davon aus, dass die Umsetzung des Beschlusses schnell geht. Nach einer Anhörung durch Straßen NRW – ein Teil des OWD liegt in der Baulast des Landes – gehe es dann nur darum, die Beschilderung anzupassen. Und die Blitzanlagen.

Grund für das Tempolimit: die Lärmbelastung der Anwohner. Die sei durch ein steigendes Verkehrsaufkommen noch gewachsen. Die Stadtautobahn werde von 77.914 Fahrzeugen in 24 Stunden befahren; der Anteil der Lastwagen bewege sich dabei zwischen 3,3 Prozent (tagsüber) und 4,4 Prozent (nachts). Die Lärmschutz-Richtwerte wurden im Durchschnitt nachts zehn Mal überschritten, tagsüber zwei Mal.

Zur Zeit gilt Tempo 80 auf dem OWD nur zwischen 22 und 6 Uhr. Jens Julkowski-Keppler (Grüne) spricht von einem »Lärmkorridor« und sagt: »Tempo 80 ist zumutbar.« Er wünsche sich aber auch auf dem Straßenabschnitt von Straßen NRW eine Überwachungsanlage. Insgesamt werde es bei einer Höchstgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern, so Julkowski-Keppler, »weniger Überholvorgänge und weniger Schadstoffe gebe, dafür einen ruhigeren, stetigen Verkehrsfluss«.

»Das ist absurd«

Hans-Jürgen Franz (SPD) ist überzeugt, dass der OWD auch bei reduzierter Höchstgeschwindigkeit seine Funktion als Schnellstraße erfüllen werde: »Ein Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit.« Bernd Vollmer (Die Linke) sieht in einem Tempolimit 80 überhaupt kein Problem: »Das gilt doch generell auf Autobahnen, wenn die durch Wohngebiete führen.« Für Irene Binder (FDP, darf nicht mit abstimmen) verliert der OWD damit seine Kapazität als Entlastungsstraße für die Innenstadt; zudem fordert sie ebenfalls eine Verkehrsüberwachung auf der Graphia-Brücke.

Ralf Nettelstroth (CDU) hält es für »absurd, auf einer autobahnähnlich ausgebauten Straße Tempo 80 fahren zu müssen«. Es gehe darum, das geltende Tempolimit von 100 km/h überhaupt erst einmal einzuhalten. Er befürchte Verdrängung des Verkehrs auf innerstädtische Straßen. Im Endeffekt, so Nettelstroth, werde »nichts gewonnen, weil die Lkw auch maximal 80 fahren dürfen.«

Kommentare

In Zukunft Spielstraße?

Na, herzlichen Glückwunsch, Bielefeld!
Da lassen sich die Grün-Rot-verblendeten Stadtfürsten, (und Fürstinnen, damit
es politsch korrekt ist), doch tatsächlich vor den Karren der Häuslebauer, welche
gern Ihre unverbaubare Hanglage am Teuto in Totenstille geniessen wollen, spannen!
Vielleicht sollte man den OWD eh zur Spielstraße erklären und ganzjährig "Run and roll-Days"
veranstalten?!
(Die Blitzer kann man ja sicher zu "Pixi-Foto-Automaten" umfunktionieren).
Bielefeld ist eindeutig ein Kandidat für "verstehen Sie Spaß?"!!

Owd Tempo 80

Meiner Meinung nach erhöht sich eher so die Unfallgefahr weil sich dann wieder Raser durchschlängeln werden ! Sollen die sich gestört gefühlten Bewohner wegziehen. Vielleicht noch Ampeln und Zebrastreifen auf die Stadtautobahn ??? Der wurde doch deswegen extra gebaut ????

Nur weiter so ...

Na klar, bremst den Verkehr in Bielefeld noch weiter aus !!!

Ich war Kind, als ich den Bau des Ostwestfalendamms mit erleben durfte. Kurz vor Quelle habe ich gesehen, wie Spundwände zur Sicherung des Hanges oberhalb des Haller Wegs eingezogen wurden, am Anfang hörte der OWD in Quelle auf, erst später ging es weiter bis nach Brackwede / Ummeln.

Vor Jahren wurde im Rat diskutiert, ob eine Geschwindigkeitsüberwachung auf dem OWD sinnvoll wäre, die Stimmen entschieden sich damals dagegen, es sei eine Stadtautobahn. Heute haben wir eine Überwachung der Stadt Bielefeld, die vermutlich gutes Geld neben dem A2 Blitzer in die Taschen der Stadt Bielefeld spült.

Was soll dass, Tempo 80 auf dem OWD – warum den so stark gewachsen Verkehr, auch mit Anbindung an die A33 und A2 ausbremsen? Wie lange wollt ihr Planer die Autos in der Stadt ausbremsen, wie lange sollen Autos Dank ausgebremster Verkehrsführung die Stadt blockieren und statt durchzufahren, ausgebremst ihre Abgase und CO² unnötig verteilen?

Gestern Abend kam ich aus Lippe in Bielefeld an. Ich stand an nahezu jeder Ampel, angefangen am Ostring, dann an der Heeperstr. und auch an der Postdammer. Weiter ging es Richtung Oldentrup, hier erneut an der Einmündung Stieghorster Str. dann am Großmarkt und anschließend ebenso an der Kreuzung Otto-Brenner Str. .

Als ich dann Sieker Endstation erreichte, wieder eine rote Ampel Richtung Innenstadt. Dann folgte das Dilemma. Auf der Detmolder Straße stadteinwärts musste ich an jeder Ampel !!! (an jeder Ampel) anhalten, bis Landgericht. Dort musste ich sogar 3 Ampelfasen abwarten, bis ich auf der Kreuzstr. Richtung Adenauerplatz weiterfahren konnte. Die Fußgängerampel vor dem Adenauerplatz ging auch auf Rot, ebenso die Ampel direkt vor dem Adenauerplatz, an der ich zwei Rotphasen inne halten durfte. Danach ging es weiter Richtung Brackwede, den Adenauerplatz durfte ich bei Grün passieren, aber die Abfahrt Johannistal zwang mich erneut zum Halt auf der Artur Ladebeck-Str. .
Am Bethel Eck wollte ich rechts abbiegen, musste aber ebenso zwei Ampelphasen warten, ehe ich rechts in den Haller Weg einbiegen konnte.

Das war meine Fahrt, gestern kurz von 19.00 Uhr.

Ganz ehrlich Städteplaner und sonstige zuständige Leute, bremst und verengt noch mehr die Verkehrswege in BI aus, sorgt dafür das alle Autos immer an roten Ampeln stehen müssen – aber hört auf, Euch auf CO² Emissionen und sonstiges zu berufen, wenn ihr es nicht schaffen wollt, den Verkehr am Laufen und nicht bremsen zu wollen …

3 Kommentare

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