Mi., 18.09.2019

»Das Haus in Bielefeld ist schon lange defizitär« Cinestar Bielefeld schließt 2020

Cinestar an der Zimmerstraße in Bielefeld

Cinestar an der Zimmerstraße in Bielefeld Foto: Bernhard Pierel

Bielefeld (WB/sb). Das Cinestar-Kino in Bielefeld schließt im März 2020. »Das Haus in Bielefeld ist schon lange defizitär«, begründet Cinestar-Geschäftsführer Oliver Fock auf WESTFALEN-BLATT-Anfrage.

Der letzte Spieltag werde voraussichtlich der 22. März 2020 sein. »Die Mietflächen werden danach entsprechend der Mietvertragsbestimmungen an den Vermieter zurückgegeben.«

Wie berichtet, soll die Kinogruppe Cinestar von der britischen Kinokette Vue International übernommen werden, der bereits die Cinemaxx-Kinos gehören. Die kartellrechtliche Prüfung läuft noch. Zuletzt waren bereits Cinestar-Kinos geschlossen worden – zum Beispiel in Osnabrück.

Aktuell sind 43 Mitarbeiter am Standort Bielefeld beschäftigt. »Sobald die Details der Schließung feststehen, wird die Arbeitgeberin zusammen mit allen Beteiligten einen für die Mitarbeiter bestmöglichen Interessenausgleich/Sozialplan ermitteln«, berichtet Fock.

CineStar hat nach eigenen Angaben aktuell in Deutschland 54 Standorte, 404 Leinwände und 90.950 Sitzplätze.

Kommentare

Multiplexkinos und Filmgeschichte? Wohl kaum . . .

Jedes schließende Kino ist ein Verlust und bereitet mir "kulturelle Kopfschmerzen", definitiv. Ist es ein Multiplexkino mit Konkurrenz vor Ort, tut selbst das weh! (Und ist es ein Multiplexkino OHNE Konkurrenz, ist der Betreiber zu dumm!)
Der wahrhaft tragische Verlust jedoch hat viel früher stattgefunden. In meinem Kopf jedoch schmerzt es viel mehr, denke ich an die Kinos, die dieser Multiplexkinos wegen haben Ihre Säle schließen und Ihren Projektoren das Licht ausblasen müssen.
Für all jene welche die Entstehungsgeschichte dieser Vielfach-Kinos nicht miterlebt haben oder sich Ihrer nicht mehr erinnern können, üblicherweise gab es vor Genehmigung und Errichtung der Multiplexkinos Einwände und Proteste gegen diese Kinos da weitsichtige Menschen damals schon voraussahen was wir heute erleben, die Schließung von einzelnen Großkinos, welche jedes Mal zum Verlust vieler Leinwände führt. Hauptgrund der Gegnerschaft war das vorhersehbare so wie das vorhersagbare sterben der damals üblichen "kleineren" Kinos, Kinos mit ein bis maximal zwei Leinwänden. Die Antragsteller und Befürworter ließen Verträglichkeitsgutachten erstellen, um den Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen, die Kritiker wiederum Gegengutachten - Ping Pong sozusagen. Das ging üblicherweise so lange bis ein Gutachter die gegen diese Kinos gerichtete Behauptung der Unverträglichkeit verneinte. Heute können wir sehen, dass exakt das geschieht, was die Gegner dieser Großkinos vorhergesagt haben. Und zwar sowohl Beginn als auch Ende der Vorhersage, der damals unter anderem als Schwarzmaler diffamierten Gegner, bewahrheitet sich heute!
Leider ist die angerichtete Zerstörung irreparabel (DAS ist übrigens eine "SCHWARZMALEREI" von mir, dem Verfasser dieses Textes).
In naher Zukunft präsentiert man uns dafür die Rechnung.
Eine Rechnung auf der in dieser Zukunft die Preise der "Sieger" aufgedruckt sein werden. Ohne Konkurrenz werden diese verbleibenden Lokalmonopolisten den Cineasten tief in die Tasche greifen. All jene die diese durchgestylte Unterhaltungsmaschinerie toll fanden oder finden, werden dem verbliebenen Anbieter zurückzahlen was Sie sich vorher zu sparen erhofften.
Die Atmosphäre der einstigen Kinos wird vermutlich niemals wiederkehren. Vordergründig mag dies für nostalgische Polemik gehalten oder als solche verunglimpft werden, bei genauer Betrachtung sollte jedem halbwegs intelligenten Kinofreund klar werden, dass JEDER VERSUCH wieder Kinos im einstigen Stil zu etablieren an der Marktmacht des verbliebenen Platzhirsches scheitern wird. Er wird dieselben Filme zur selben Zeit wie der "Neue" zeigen und er wird die Kinokarte für diese Filme deutlich unter dem Preis des Konkurrenten anbieten.
In polemische Bilder gekleidet und beschrieben: "Im Meer der Marktwirtschaft gibt es den Großen mit vielen Fähren und den Neuen mit einer Fähre. Der Kleine kann die Plätze in seiner Fähre entweder für einen Preis anbieten der seine Kosten nicht deckt, dann ist zwar seine Fähre voll doch er geht Pleite, weil er minus macht, oder er nimmt einen Preis, der die Kosten decken würde, wenn er seine Fähre damit voll bekäme, aber den unterbietet der Große, so bekommt der Neue seine Fähre nicht voll, macht wiederum minus und geht ebenso wie bei Variante Eins Pleite. Dann kann der Dicke Fisch wieder die Preise wieder diktieren und der Kinofreund schaut abermals dumm aus der Wäsche. Toll!

Michael Strothotte

Betreff cinestar bielefeld

Ich finde es kacke das dass cinestar bielefeld geschlossen werden soll ich habe viele gute filme darin gesehen ich werde es vermissen wir verlieren ein gutes Stück Filmgeschichte echt traurig dass das passiert1

2 Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6939934?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F