Fr., 20.09.2019

Verdi: Erste Mitarbeiter haben gekündigt – Kinochef: »Blicken auf tolle 20 Jahre zurück« Cinestar-Schließung: Sozialplan steht

Am 23. März 2020 öffnet das Cinestar-Kino an der Zimmerstraße zum letzten Mal.

Am 23. März 2020 öffnet das Cinestar-Kino an der Zimmerstraße zum letzten Mal. Foto: Bernhard Pierel

Von Stefan Biestmann

Bielefeld (WB). Nach der Ankündigung der Cinestar-Gruppe, das Kino in Bielefeld 2020 zu schließen, hat sich jetzt auch der Leiter des Bielefelder Kinos zu Wort gemeldet. Zudem berichtet die Gewerkschaft Verdi davon, dass der Sozialplan steht. Erste Mitarbeiter hätten von sich aus gekündigt.

Kai Oliver Krause leitet das Bielefelder Cinestar-Kino.

»Es hat Eigenkündigungen gegeben«, sagt Verdi-Gewerk­schaftssekretär Dirk Toepper. Er weist darauf hin, dass man sehr zufrieden sei mit dem für die Beschäftigten vereinbarten Sozialplan. »Es wurde das Optimale herausgehandelt«, meint er, ohne weitere Details zu nennen.

Die meisten der 43 Cinestar-Beschäftigten sind nach seinen Angaben Studenten. Es gebe nur wenige Vollzeitstellen. Die Schließung des Kinos sei natürlich eine traurige Nachricht für alle Beschäftigten. »Aber es wurde schon lange befürchtet, dass das irgendwann kommt«, sagt Toepper.

»Wir werden hier den Spielbetrieb bis zum Ende aufrecht erhalten«

Wie berichtet, hatte Cinestar die Schließung auch damit begründet, dass der Standort seit Jahren defizitär sei. Zudem sei es für eine Stadt in der Größe Bielefeld eher ungewöhnlich, über gleich zwei Multiplex-Kinos zu verfügen, sagt Toepper.

Zumal die britische Kinokette Vue International, der bereits die Cinemaxx-Kinos gehören, die Kinogruppe Cinestar übernehmen will. Die kartellrechtliche Prüfung dauert aber noch an.

Am 23. März 2020 soll der letzte Spieltag im Cinestar-Kino an der Zimmerstraße mit seinen zehn Sälen und 2290 Plätzen. »Wir werden hier den Spielbetrieb bis zum Ende aufrecht erhalten«, betont Kai Oliver Krause, Cinestar-Leiter in Bielefeld. »Das Team blickt auf tolle 20 Jahre zurück.« Gerade in den vergangenen Jahren habe man einiges verändert – sowohl durch kleinere Renovierungsarbeiten als auch im Kino-Programm. So habe das Cinestar mit Extraveranstaltungen wie Kinderfesten oder Live-Übertragungen von Opern-Premieren eigene Akzente gesetzt.

Kinochef verlässt Unternehmen

Natürlich sei es für alle Mitarbeiter bedauerlich gewesen, als sie von der Schließung erfuhren. »Trotzdem ist es eine unternehmerische Entscheidung, die nachvollziehbar ist«, meint Krause. Kai Oliver Krause agiert seit fünfeinhalb Jahren als Cinestar-Leiter. Er wird das Unternehmen nach der Schließung im März verlassen und wolle eine »neue berufliche Herausforderung« suchen.

Wie es für die anderen Mitarbeiter weitergeht, ist offen. Dirk Toepper (Verdi) hält es für eher unwahrscheinlich, dass Beschäftigte an einen anderen Cinestar-Standort wechseln – wie zum Beispiel nach Gütersloh. »Da wird schließlich auch gespart.«

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