Fr., 20.09.2019

Größte Demo in Bielefeld erwartet – unterschiedliche Stimmen aus Firmen Viele Klimaproteste in OWL

Fridays-for-Future-Protest im März in Bielefeld.

Fridays-for-Future-Protest im März in Bielefeld. Foto: Oliver Schwabe

Bielefeld (WB). Wer an diesem Freitag in ein Stadtzentrum in OWL kommt, dürfte in vielen Fällen auf junge Leute treffen, die für eine wirksamere Klimaschutzpolitik demonstrieren. Die größte Veranstaltung wird in Bielefeld erwartet. Ein Überblick ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Bielefeld

Demo ab 12 Uhr vom Hauptbahnhof zum Rathaus. Die Veranstalter rechnen mit 4000 bis 6000 Teilnehmern, die Polizei mit 3000 bis 5000 Teilnehmern, Stadtbahnbetreiber Mobiel spricht von 10.000. 14 Bielefelder Kirchen beteiligen sich mit Glockenläuten und Andachten, viele Bielefelder Hausärzte und Kinderärzte wollen am Weltklimastreiktag ihre Praxen schließen.

Paderborn:

Demo ab 14 Uhr in der Innenstadt, Veranstalter hoffen auf 500 Teilnehmer. Im Anschluss sind Lesungen und Konzerte geplant.

Kreis Herford:

Eine zentrale Demo ist in Enger geplant. Man rechnet mit etwa 300 Teilnehmern aus dem ganzen Kreis. Vom Widukind-Gymnasium geht es zunächst zum Rathaus. In Herford gibt es zudem ein Klima-Gebet.

Kreis Minden-Lübbecke

In Hüllhorst machen die örtlichen Pfarrer eine Radtour zur Demo nach Löhne (Werretalhalle). In Lübbecke gibt es ab 9.30 Uhr eine Demo des Gymnasiums, 200 Teilnehmer werden erwartet. Außerdem gibt es eine Demonstration des »Runden Tischs für Flüchtlinge« in der Innenstadt. Und im Rahmen des Mittagsgebets in der evangelischen Kirche wird das Glockengeläut um 5 vor 12 angehalten. In Espelkamp wird am Gymnasium eine Mahnwache gehalten, die Schüler sind aufgerufen, nach Bielefeld zu fahren.

Kreis Gütersloh

In Gütersloh ist eine Demo vor dem Rathaus geplant. Es wird mit 800 Teilnehmern gerechnet. Weitere Demos sind in Halle, Werther und Langenberg (jeweils um die 100 Teilnehmer) angemeldet worden.

Firmen

Aus großen Firmen in der Region gab es derweil unterschiedliche Stimmen zur möglichen Teilnahme von Beschäftigten. »Wer an den Protesten gegen die Klimaerwärmung teilnehmen will, soll dies in seiner Freizeit tun«, sagt Jörg Schillinger, Pressesprecher der Bielefelder Oetker-Gruppe. Natürlich könne dafür auch jeder Freizeit oder Überstundenausgleich in Anspruch nehmen – freilich in Abstimmung mit dem Vorgesetzten, und ohne dass die Produktion darunter leide. Unterstützung signalisiert der Gütersloher Bertelsmann-Konzern. »Bertelsmann möchte es am kommenden Freitag allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Standort Gütersloh ermöglichen, sich am Fridays-for-Future-Klimastreik zu beteiligen«, sagt Sprecher Jan Hölkemann. Näheres regelten die Beschäftigten mit ihren Vorgesetzten und je nach betrieblichen Abläufen. Auch Mieleist da offen, wie Sprecherin Ursula Wilms erklärt: »Wenn Beschäftigte an den Miele-Standorten am globalen Klimastreik teilnehmen möchten, erhalten sie – soweit betrieblich möglich – Urlaubstage und Gleitzeitausgleich.«

Jens Prager, Hauptgeschäftsführer der OWL-Handwerkskammer, verwies gegenüber dem WESTFALEN-BLATT darauf, dass »das Handwerk Umweltdienstleister Nummer 1 in den Bereichen Gebäude-, Energie-, Umwelt- und Fahrzeugtechnik« sei und »somit beständig für den Umweltschutz« arbeite. In diesem Sinne würden die Mitarbeiter dieser Betriebe »mit ihrer täglichen Arbeit einen kleinen Beitrag zur Klimaverbesserung leisten, was ihrer Teilnahme an der Klimademo entgegenstehen könnte«.

Ernüchterndes für die Bewegung kommt unterdessen von Bergsteiger-Legende Reinhold Messner (75): »Es gibt ein Bewusstsein, das wächst, aber konkret wird sich nichts ändern.« Generell sehe er für die Welt »relativ schwarz«: »Wir sind zu viele, wir werden nicht mehr allzu lange Ressourcen haben, um den Lebensstandard zu halten, den wir haben.« Vor diesem Hintergrund plädierte Messner für Verzicht. »Wenn wir alle auf einen Teil dessen, was wir haben können, was wir nutzen können, was wir genießen können, verzichten und uns dabei wohlfühlen, dann geht’s.« Wenn das aber ein negativ empfundener Wert bleibe, dann werde es nicht gelingen.

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