Mo., 23.09.2019

Mann räumt Tat ein, aber bestreitet Tötungsabsicht – Opfer nicht vernehmungsfähig Haftbefehl nach Messerattacke

Die Messerattacke löste einen Großeinsatz in Bielefeld aus.

Die Messerattacke löste einen Großeinsatz in Bielefeld aus. Foto: Christian Müller

Bielefeld (WB/sb). Nach der Messerattacke im Bielefelder Jahnplatztunnel, bei der am Freitag zwei Menschen verletzt wurden, sitzt der 45-jährige Täter in Untersuchungshaft. Unterdessen ist das 43 Jahre alte Opfer noch immer nicht vernehmungsfähig.

Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Wochenende mit. Bei der Vernehmung durch Beamten einer 22-köpfigen Mordkommission habe der Mann zwar Angaben zu seiner Tat gemacht und die Attacke auch eingeräumt, heißt es von der Polizei auf Nachfrage. »Er bestritt jedoch den Tötungsvorsatz«, berichtet Polizeisprecher Michael Kötter.

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld beantragte Haftbefehl gegen den 45-jährigen Bielefelder. Die zuständige Richterin des Amtsgerichts Bielefeld erließ am Samstag einen Untersuchungshaftbefehl – unter anderem wegen versuchten Totschlags.

Opfer noch in einem Bielefelder Krankenhaus

Der Mann befinde sich mittlerweile in der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Brackwede, teilte die Polizei am Sonntag auf Anfrage dieser Zeitung mit. Die schwer verletzte 43-jährige Frau werde immer noch in einem Bielefelder Krankenhaus behandelt. »Aufgrund ihrer erheblichen Verletzungen konnte sie noch nicht durch Kriminalbeamte befragt werden«, berichtet Michael Kötter. Zum aktuellen Gesundheitszustand des zweiten Verletzten machte die Polizei auf Anfrage keine weiteren Angaben.

Streit ist eskaliert

Wie berichtet, hatte sich der 45-jährige Mann am Freitagmittag einen lautstarken Streit mit der ihm bekannten 43 Jahre alten Frau geliefert – direkt an der Stadtbahn-Haltestelle im Jahnplatztunnel. Nach Polizeiangaben griff er zum Messer und verletzte die Bielefelderin am Kopf und am Arm. Auch der Passant, der helfen wollte, wurde durch Stiche verletzt. Beide Menschen wurden im Servicezentrum des städtischen Verkehrsbetriebs notärztlich versorgt. Notfallbegleiter betreuten zudem weitere Menschen, die die Attacke mitverfolgten und einen Schock erlitten.

Die Attacke löste einen Großeinsatz von Polizei und Rettungsdiensten am Jahnplatz aus. Eine 22-köpfige Mordkommission unter der Leitung von Kriminalhauptkommissar Alexander Scholz nahm die Arbeit auf. Der Jahnplatztunnel war aufgrund der Ermittlungsarbeiten stundenlang gesperrt. Erst am Freitagabend konnte die Stadtbahn wieder an der Station Jahnplatz halten.

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